Götterdämmerung
Wir sind am Schluss jetzt von dem ganzen «Ring».
Wir sind am Rhein – und nicht in Paderborn.
Es singt und singt halt jeweils eine Norn.
Man fleht, oh lieber Gott: «Mach aus das Ding!»
Doch er – der Richi – spinnt erst noch Intrigen,
Die uns nun wirklich nicht mehr int’ressieren.
Die Notdurft tut alsbald schwer zu pressieren,
Doch sitzt man fest und will sich schier verbiegen.
Ich mag’s halt nicht, dass unsere Brünnhilden,
Von einem Weib und so ’nem and’ren Arsch,
Mit Sex und Trank (bald: «Siegfrieds Trauermarsch»),
Verarscht wird. Von zwei dummen, doofen Wilden!
Drum geb ich dir, Du Leser (bitte, gern!),
Den Rat: Halt Dich von Gibichungen fern!
Opernwelt August 2023
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Arno Lücker
Manche mögen’s … nicht: das Musical. Denn dort beschreiben die Protagonisten eins zu eins ihre Gefühle: «Ich bin traurig», «Ich bin verliebt», «Ja, ich kann es schaffen, wenn ich nur dran glaube!». In dem für die Deutsche Oper Berlin von Giorgio Battistelli neu komponierten «Il Teorema di Pasolini» singt jede Person auf der Bühne immer genau das, was sie gerade tut oder sich anschicken...
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Über den Schluss von Wagners «Götterdämmerung» ist viel gerätselt worden. Der Komponist zog sich im orchestralen Nachspiel zurück auf ein Thema, das seit seinem ersten Auftreten im dritten Akt der «Walküre» nie mehr erklungen war. In der Regieanweisung ist von «Männern und Frauen» die Rede, die «in höchster Ergriffenheit» dem Brand Walhalls zuschauen – bislang waren diese nur in eher...
