Hymnen an die Nacht
Verfluchter Tag mit deinem Schein! Wachst du ewig meiner Pein?», lamentiert Wagners Tristan. Er wendet sich ab vom Tageslicht, als verletze es ihn. Doch nicht eine seltene Lichtkrankheit plagt Isoldes Geliebten; vielmehr huldigt dieser der romantischen Ideologie, wonach das ersehnte Nachtdunkel als Inspirationsquelle zu verstehen sei. Das Booklet der CD «Insomnia» erwähnt in diesem Zusammenhang Novalis und seine «Hymnen an die Nacht» sowie Lord Byron, der den Mond «The Sun of the Sleepless» nannte.
Katharina Konradi (Sopran) und Ammiel Bushakevitz (Klavier, Gitarre) haben den Zustand der Schlaflosigkeit zum Motto ihres Schubert-Albums erhoben. Denn nicht erst seit Udo Samel in Fritz Lehners Schubert-Film «Mit meinen heißen Tränen» weiß man, dass «Schwammerl», wie Freunde den Komponisten nannten, häufig nur schlecht oder gar nicht geschlafen hat.
Als der Film 1986 im Fernsehen lief, war Konradi freilich noch nicht geboren. Sie kam zwei Jahre später im kirgisischen Bischkek zur Welt. Die Nähe zur Sprache Schuberts fand sie erst mit 15, als Folge ihrer Übersiedlung nach Hamburg. Auch dem Pianisten Ammiel Bushakevitz, geboren in Jerusalem, aufgewachsen in Südafrika, wurde Schuberts ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 36
von Gerhard Persché
Frau Garanča, wie viele Sprachen beherrschen Sie eigentlich?
Sechs.
Und warum sprechen Sie so bestechend gut Deutsch?
Deutsch habe ich in Deutschland gelernt. 1999, als ich ans Staatstheater Meiningen kam. Gezwungenermaßen, würde ich fast sagen. Da musste ich mir Deutsch beibringen. Nicht, dass ich gezwungenermaßen nach Meiningen kam! (lacht) Ich war ja sozusagen...
Seit der Antike weiß man es: «Habent sua fata libelli» – Bücher haben ihr Schicksal. Ein Schicksal haben auch Opern. Und selten ein gutes, wenn sie berühmten Büchern folgen. Als Lorin Maazels «1984» vor 18 Jahren an Londons Covent Garden uraufgeführt wurde, fielen die Kritiken ungnädig aus. Man stieß sich an U-musikalischen Einsprengseln, daran, dass die Oper nicht...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Im Orchestergraben zu weinen ist natürlich schwierig, aber als Zuschauer geht mir «Wotans Abschied» in der «Walküre» sehr nah.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
In Zermatt, wenn es genug Platz gäbe!
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ein guter Teamgeist.
Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Sagen wir...
