Globalisierte Langeweile
Seit Götz Friedrichs Tod im Jahr 2000 ist dies die erste Wagner-Inszenierung an der Deutschen Oper – und doch nur ein zarter Vorbote der Rückkehr zur Wagner-Pflege. Die harsch niedergebuhte Arbeit der türkisch-italienischen Regisseurin Tatjana Gürbaca ist, zugegeben, vor allem eines: langweilig. Das ist erstaunlich, denn als Schülerin von Ruth Berghaus und Peter Konwitschny ist Tatjana Gürbaca nicht nur gut beleumundet. Sie geht mit so viel Ideenmut und harten dramaturgischen Bandagen zu Werke, dass man sich fragt, wie in aller Welt das Ergebnis dermaßen sein Ziel verfehlen kann.
Im Holländer erkennt Gürbaca einen Vorreiter der Globalisierung. Er kauft Daland seine Tochter ab. Aus dem unerlösbaren Massaker am Schluss, bei dem auch Erik sein Leben lässt, geht der Holländer als Agent eines kapitalistischen Verderbens hervor. Er muss seinen fatalen Lauf fortsetzen. Gisbert Jäkel lokalisiert den Geschäftsabschluss (in dem also «Ring»-Motive vorspuken) in einer schwarzen Börsenzentrale. Die Dax-Kurven flimmern. Der Holländer kommt aus der Weltkugel-Vitrine.
Schon dass hier «Anker los!» gebrüllt wird, ist nur schwer hinnehmbar. Trotz aller Klugheit tritt die Inszenierung bis zum ...
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