Glass: Galileo Galilei

Braunschweig

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Da hat einer das Teleskop erfunden, um die Sterne der Welt zu ergründen, und ist am Ende seines Lebens blind. «Habe ich zu viel gekniet oder zu wenig», fragt sich Galileo Galilei. Wurde er von Gott gestraft, weil er seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse vor der kirch­lichen Inquisition widerrief oder weil er tatsächlich Gott gelästert hat durch seine Einblicke in den Kosmos?
Für den amerikanischen Komponisten Philip Glass war diese Frage der Ausgangspunkt für seine Kammeroper «Galileo Galilei» von 2002.

Ausstatter Hartmut Schörghofer hat für die deutsche Erstaufführung im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig die Sonne auf die Bühne geholt: eine raumfüllende Goldkugel, die anfangs bedrohlich auf den alten Galileo zurollt und in der rückwärts erzählten Biografie immer wieder die Raumwirkung ändert. Regisseur G. H. Seebach bemüht sich so um psychologische Vertiefung und kosmische Weitung der von Glass eher oberflächlich aneinander gereihten Lebensstationen. Die Parallelen zur McCarthy-Zeit oder heutigem Fundamentalismus haben den Komponisten nicht interessiert, und Seebach pfropft sie ihm nicht auf.
So wird's in Braunschweig in den bes­ten Momenten ein Zauberstück, das zu ...

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Opernwelt Februar 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 47
von Andreas Berger

Vergriffen
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