Gluck: Heroes in Love - Italienische Arien. Sonia Prina; Ensemble laBarocca, Ruben Jais. Glossa GCD 924101 (CD); AD: 2015-16

Glanzstücke

Sonia Prina und Sophie Bevan mit Arien von Gluck, Haydn, Mozart und Beethoven

Opernwelt - Logo

Was Stimmcharakteristik und Entstehungszeit der Werke betrifft, sind die Arienalben von Sonia Prina und Sophie Bevan zwar sehr unterschiedlich, eine Gemeinsamkeit haben sie aber doch: die sorgfältige Auswahl der Titel und die Fokussierung auf je einen klar definierten Zeitabschnitt. Sonia Prina widmet sich mit «Heroes in Love» dem wenig bekannten «italienischen» Gluck der 1740er-Jahre, als dessen Opernreform noch in weiter Ferne lag; sie hat damit, ähnlich wie sechs Jahre zuvor schon Cecilia Bartoli, eine echte Repertoirelücke im Blick: Sieben Titel sind Ersteinspielungen.

Die Bühnenwerke, aus denen die Arien stammen, entstanden zumeist in Oberitalien; zu den Ausnahmen gehören die 1750 in Prag aufgeführte Erstfassung von «Ezio» – mit Sonia Prina in der Titelrolle wurde die Oper  unter Alan Curtis auf CD aufgenommen und 2013 in Frankfurt auch szenisch reanimiert – und der bereits der nächsten Schaffensphase angehörende «Telemaco» (Wien 1765). Die mehrheitlich auf Libretti von Metastasio komponierten Werke folgen dem Typ der Opera seria, doch die Dacapo-Arien sind alles andere als Schablonenmusik. Virtuosität und Ausdruck stehen im Gleichgewicht, und eine Nummer wie «Tradita, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Max Nyffeler

Weitere Beiträge
Mal ehrlich Januar 2018

Vor Kurzem bekam ich zehn Belegexemplare einer CD zugeschickt, die ich im März aufgenommen hatte. Das stellte mich vor zwei Probleme. Erstens habe ich längst keinen CD-Player mehr. Ich bemühe mich nach Kräften, meinen Plunder in Grenzen zu halten, weshalb mir der Niedergang der Scheibenwelt sehr gelegen kommt. Heute ist die CD praktisch ein Dinosaurier. Warum eine...

Skurrile Spezies

In Helsinki zu leben, müsse schrecklich sein, vermutete vor Jahren ein englischer Musikkritiker, weil es dort weder Klempner noch Taxifahrer gebe, sondern nur Dirigenten. Mittlerweile haben sie sogar ihren eigenen Wegweiser, sozusagen die Gelben Seiten der Taktstockschwinger. Und nun dieses Buch. Agenten und Orchesterdirektoren werden sich darauf stürzen. Denn...

Doch nach den Tränen kamen die Clowns

Ja, so kann Liebe klingen: deftig, deutlich, drastisch. Jedenfalls bei Richard Strauss, im «Rosenkavalier» von 1911. Sechs Jahre später findet der Komponist der Dringlichkeit einen Nachahmer: Alexander Zemlinsky. Gleich im ersten Takt der «Florentinischen Tragödie» setzt ein erotisches Peitschen ein, dass die Verschlingung zweier Körper mit glühendem Appassionato...