Glanz bei Mozart
Atridentragödien sind keine Sache ferner Vergangenheit. Der Tenor Deon van der Walt wurde bei einem seit längerem schwelenden Streit um die Führung seines Weingutes in Südafrika von seinem Vater erschossen, der sich danach selbst das Leben nahm. Die achtundsiebzigjährige Mutter des Sängers fand die beiden Leichen.
Van der Walt wurde siebenundvierzig Jahre alt. Geboren und ausgebildet in Kapstadt, setzte er seine Studien am Mozarteum und im Studio der Bayerischen Staatsoper fort.
1983 wurde er in Gelsenkirchen engagiert, wechselte kurz darauf nach Stuttgart und startete mit Mozart- und Rossini-Partien eine internationale Karriere. In Johannes Schaafs Inszenierung der «Entführung aus dem Serail», die 1987 das noch von Karajan dominierte Salzburg aufwühlte, war er der Belmonte. Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen (unter Dieter Dorns Führung) ein sensibler Ferrando in «Così fan tutte». Georg Solti holte ihn für «Die Zauberflöte» an die Salzach und nach London. 1990 debütierte van der Walt an der Met in New York. Zu seinem Lebensmittelpunkt wurde Zürich, wohin ihn Intendant Christoph Groszer verpflichtet hatte. Dort sang der neben seinen Paradepartien auch klassisches ...
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