Gess/Hartmann/ Sollich: Barocktheater heute. Wiederentdeckungen zwischen Wissenschaft und Bühne
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Ein Entrinnen gibt es nicht. Für niemanden. Nicht einmal für Alexandr Petrovic Gorjancikov, dem der Platzmajor am Ende doch eigentlich die Freiheit schenkt. Und wie alle Gefangenen in Leos Janáceks visionärer Gulag-Oper scheint dieser Gorjancikov schon immer zu der uniformen Masse zu gehören, die während des Vorspiels und zu den finalen Orchestertönen reglos auf...
Sie ist lange Jahre eines der großen unterschätzten Werke des 20. Jahrhunderts gewesen, Othmar Schoecks grandiose, düster glühende Kleist-Vertonung, aber jetzt scheint ihre Zeit gekommen zu sein. Nach Cottbus (OW 12/2003), Basel (OW 12/2007) und Dresden (OW 4/2008) legt Lübeck eine außerordentlich geglückte Inszenierung des Werks vor, die nahe an seinem Wesenskern...
Wenn es um Visionen geht, um die Kraft der Vorstellung von etwas, das nicht ist, aber sein könnte und vielleicht auch sein müsste, dann wird es oft schwierig. Träumen ist etwas anderes. Planen auch. Das Dazwischen sagt viel über innere Kraft, über geistige Größe, über Kommunikationsfähigkeit, den Blick in die Zukunft und einen Realitätsbezug, der vom eigenen Ich...
