Geometrie der Liebe

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Seit Uwe Eric Laufenberg am Staatstheater Wiesbaden den Ton angibt, ist Ingo Kerkhof dort ein begehrter Mann. In der aktuellen Saison stehen allein drei Musiktheaterproduktionen des Berliner Regisseurs auf dem Spielplan: Glucks «Orfeo et Euridice» (als Wiederaufnahme), das jüngste Bühnenstück von Helmuth Oehring (siehe oben) und Händels «Alcina». Wobei er der 1735 an Covent Garden geborenen Seria-Zauberin bereits die dritte Aufwartung machte.

Bei der ersten Begegnung, vor acht Jahren im Neuen Palais zu Potsdam Sanssouci, hatte Kerkhof die Ariost-Story um die Männer vernaschende Königin noch als ­betriebsame Beziehungskiste der Generation X inszeniert (für den swingenden Barock-Sound sorgte damals Andrea Marcon). Für ein Revival in Köln (wo Laufenberg nach seiner Potsdamer Intendanz inzwischen die Oper leitete) griff er 2012 zwar erneut auf Anne Neusers aus Tisch, Stühlen und Stellwänden montierten kargen Spielraum zurück, doch Gestik und Bewegung waren nun reduziert, ganz auf die (von Peter Neumann mit dem Gürzenich-Orchester forsch begleitete) Innenschau der Charaktere konzentriert.

In Wiesbaden hat Kerkhof – wieder in einem Bühnenbild von Anne Neuser – Händels fremd-vertrauten ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Albrecht Thiemann

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