Gegenwart der Vergangenheit
Sie haben beide Operngeschichte geschrieben, und beide sind in ihrem Wirken eng mit der Hamburgischen Staatsoper verbunden: Melitta Muszely, Walter Felsensteins legendäre Violetta (Hamburg 1960), und der im Verdi- und Richard-Strauss-Fach weltweit gefeierte Bariton Franz Grundheber. Er begeht am 27. September seinen 80., sie am 13. September ihren 90. Geburtstag.
Melitta Muszely ist eine waschechte Wienerin, die Bühnenkarriere allerdings eher im nördlichen Deutschland gemacht hat, in Hamburg und Berlin.
Über Regensburg und Kiel kam sie 1954 zu Günther Rennert an die Hamburgische Staatsoper, deren Mitglied sie auch in der Ära Rolf Liebermanns blieb (bis 1968) und wo sie sich von der lyrischen Koloratursopranistin zur Jugendlich-Dramatischen entwickelte. Ihre Sophie im «Rosenkavalier», Mozarts Susanna, die Micaëla in Wieland Wagners aufregender Neudeutung von Bizets «Carmen» (1958 mit Kerstin Meyer und Rudolf Schock) sind ebenso in Erinnerung wie ihre Tatjana in George Balanchines opulentem «Eugen Onegin» (1962) oder ihre Donna Fiorilla in Rennerts poetisch-quirligem «Der Türke in Italien» (1963) – einem der ersten Ansätze, Rossinis unbekanntere Werke auf der deutschen Bühne zu ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 105
von Gerhart Asche
58. Jahrgang, Nr 9/10
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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