Gegen das Gegröle
Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust – auf dem Cover ihres Albums «Rondos for Adriana» bringt Adriana González Fausts legendären Seufzer sinnfällig ins Bild. Mit dem Lächeln Mona Lisas posiert die 35-jährige Sopranistin mal in weißer, mal in schwarzer Robe und macht so das bianco e nero des «Canto di sbalzo» sichtbar. Ein Stil, der zu Mozarts Zeiten ungemein populär war und sich durch große Kontraste auszeichnete, was wiederum als Spezialität der Sopranistin Adriana Ferrarese del Bene galt.
Eben diese Ferrarese, Mozarts erste Fiordiligi, inspirierte die Sopranistin und Vornamensschwester Adriana González zum vorliegenden, superben Recital.
Ferrarese del Bene hatte einen sagenhaften Ruf, vor allem ihres Stimmumfangs wegen, nicht zuletzt in Wien, wo sie ab den späten 1780er-Jahren der kaiserlichen Hofoper angehörte. Doch sie bekam auch uncharmante Kritik zu spüren. Zwar war das Wort «Bodyshaming» damals nicht geläufig, es war jedoch durchaus ein Verfahren der Kritik. Das exzellente Booklet zitiert einen gewissen Friedrich Schulz aus dem Baltikum, der die Bühnenerscheinung der Ferrarese mit einer watschelnden Ente verglich. Und Kaiser Joseph II. duldete zwar ihr Engagement an der ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Medien, Seite 36
von Gerhard Persché
Über die «Zauberflöte», möchte man meinen, ist (fast) alles gesagt. Dutzende Meter füllen die Regale öffentlicher wie privater Bibliotheken, und auch im spätmodernen Diskurs gab es in jüngerer Vergangenheit immer wieder Deutungsversuche, die Mozarts 1791 in die Musikwelt entsandtes Singspiel auf ein Libretto von Emanuel Schikaneder dem Geist der Zeit (und manchmal...
Param Vir, indisch-britischer Komponist, ist schon 1992 bei der seinerzeit von Hans Werner Henze geleiteten Münchener Biennale in Erscheinung getreten mit zwei Operneinaktern, in denen es um buddhistische Fabeln ging. Danach erschienen im großen Abstand zwei weitere Musiktheaterwerke und nun in Bonn eine neue Oper über Siddhartha Gautama und seinen Weg zum Buddha....
Wie konnte so ein großer Dirigent so ein großer Nazi sein?», fragte der Schriftsteller und Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel den Pianisten Alexis Weissenberg, der mit Herbert von Karajan während der 1970er-Jahre mehrfach auftrat. Die klare Antwort Weissenbergs, jüdischer Herkunft wie Wiesel: «Er war kein Nazi. Es ist ein großes Unrecht, ihn Nazi zu nennen.»
Was ist...
