Ganz neue Töne

Im Münchner Nationaltheater gehen Kirill Petrenko und Krzysztof Warlikowski Strauss’ «Frau ohne Schatten» auf den Grund.

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Manche Opernhäuser ha­ben nicht nur ihre Säulenheiligen, die Bayerische Staatsoper etwa mit Mozart, Wagner und Strauss, sie hegen auch noch ihre heiligen Stücke. Und das müssen nicht unbedingt die Hits sein. Es können – wieder Beispiel München – auch auskragend komplexe, denk- und fragwürdige Dramen wie «Die Frau ohne Schatten» von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal sein. Ein Dirigentenstück. Eines für jene, die sich über Deutschtraditionelles definieren. Unter Wolfgang Sawallisch gehörte diese monumentale Herdprämienfeier zum Repertoire.

Und fast eine Generation zuvor, am 21. November 1963, wählte Joseph Keilberth jenes Opus für die Wiedereröffnung des 20 Jahre zuvor zerstörten Nationaltheaters.

Das Datum verlangt also nach geschichtsbewusster Beantwortung, jetzt, 50 Jahre danach. Der Festakt im Nationaltheater verunglückte leicht. Auf der Bühne saßen verdiente Sänger-Senioren, darunter die 92-jährige Inge Borkh, die Färberin von 1963. Man hätte von ihnen gern etwas erfahren über fünf Jahrzehnte Staatsoper. Doch als Redner war der Schriftsteller Péter Esterházy gebucht. Der sprach in amüsanter Dauer-Ironie, aber eben meistens von sich selbst. Und alle diejenigen, die vor ...

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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel

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