Soap Opera
Hoher Besuch sorgt stets für Aufregung. Wobei die Spekulationen darüber, was dem Gast gefallen könnte, zu einem steilen Crescendo anschwellen können. Aus der historischen Tatsache, dass sich Kaiserin Maria Theresia 1750 in Graz ankündigte, dann aber doch nur durchreiste, machte das Grazer «Styriarte»-Festival nun einen als «Rokoko-Soap» angekündigten Doppelabend, der von nichts anderem handelt als von der Hektik, die ob der Ankündigung des kaiserlichen Besuchs ausbricht – zumal man die Kaiserin ausgerechnet mit einer Oper unterhalten möchte.
Seit 1985 zählt das Festival Styriarte zu den Säulen des Kulturlebens der steiermärkischen Hauptstadt; und seit 1990 ist Mathis Huber Intendant, der gut ausbalancierte Programme verantwortet, die neben hochrangigen Gastspielen stets auch Eigenproduktionen anbieten, die bewusst auf ein breiteres Publikum zielen. Der Fokus auf Werke von Johann Joseph Fux, der die vergangenen Jahre geprägt hat, ist abgeschlossen; da stellte sich die Frage, wie man das eingespielte Team aus dem Dramaturgen und Multitalent Thomas Höft und dem Regisseur Adrian Schvarzstein weiter mit unterhaltsamen Barock-Schmankerln beschäftigen könne. Resultat der Überlegungen war ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Regine Müller
Wenn Frauen Opern über Frauen inszenieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie machen es ganz anders oder sie erfüllen ihren Dienst am Regietheater noch radikaler als ihre männlichen Kollegen. Lydia Steier gehört zu Letzteren. Schlaflose Nächte habe sie seit der Premiere ihrer Inszenierung von Strauss’ «Salome» im Oktober 2022 an der Opéra Bastille verbracht,...
Im Königsbereich des Liedgesangs, dem Repertoire für Baritonstimme, herrscht kein Nachwuchsmangel. Andrè Schuen, Benjamin Appl, Konstantin Krimmel und Samuel Hasselhorn sind starke Stimmen– und die beiden Etablierten Christian Gerhaher und Matthias Goerne gehören noch lange nicht zum alten Eisen. Samuel Hasselhorn, der nach seinem ersten Preis 2018 beim Concours...
Diese Tonart, das wissen wir nicht erst seit Puccinis Musikdramen, sondern bereits aus den Zeiten Johann Sebastian Bachs, verheißt wenig Wohliges. H-moll, das klingt nach Abschied, nach Sorgenfurchen, nach Tod. Und wenn Franz Schubert das letzte Lied der «ersten Abteilung» seiner «Winterreise» in diese Tonart kleidet, dann ahnt auch der Wanderer, dass sein Weg wohl...
