Arbeit für den Tatortreiniger

Puccini: Turandot in Brüssel

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Er war, im November 1924, zur Bestrahlung seines Kehlkopfkrebses nach Brüssel gekommen. Brüssel aber wurde Puccinis Sterbeort, und er hinterließ seine letzte Oper unvollendet, mutmaßlich nicht nur nicht fertig komponiert, sondern stehengeblieben in einer dramaturgischen Sackgasse.

Mutmaßlich hätte Puccinis Genie mit dem vorgesehenen außerordentlichen Liebesduett zum Finale das Glaubwürdigkeitsproblem mit grandioser Musik überspielen können: dass nämlich die Wandlung der Eisprinzessin zur liebenden Frau durch einen einzigen Kuss doch etwas überraschend kommt; dass die Feier von amor, Reinheit und alles überglänzender Morgenröte nicht wirklich ungetrübt bleibt, wo dem hohen Paar doch die arme Liu, tot aus bedingungsloser Liebe, quasi vor den Füßen liegt. Was wäre dem Meister da noch eingefallen? Der Schluss, wie ihn Franco Alfano komponiert hat, dessen (gekürzte) Fassung an der Brüsseler Monnaie gespielt wird, löst dieses Problem bekanntermaßen nicht. Auch wenn die Frage, wie es mit Turandot/Calaf wohl weiter ginge, so unsinnig ist wie die nach dem Eheleben von Glucks Orpheus und Eurydike, nachdem sie ihre zweite Chance bekommen: So etwas fragt man nicht.

Die neue «Turandot» des ...

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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Holger Noltze

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