Für Shakespeare muss es schon reichen
Hoch hinaus wollte er schon als ganz junger Mann. Gerade fünfzehn war Christian Jost, da drückte er am Theater seiner Heimatstadt Trier als Ballettrepetitor die Klavierbank. Damals ahnte er bereits, dass der Begleitdienst an den Tasten auf Dauer nicht sein Ding war. So wenig wie eine Medizinerkarriere, die sich die Mutter so sehr wünschte. Oder ein Architektenleben, mit dem er es dem Vater gleichgetan hätte. Christian Jost wollte Komponist werden.
Und zwar nicht einer von denen, die zufrieden sind, wenn sie Gebrauchsmusik für Kurkapellen oder Avanciertes für Hochschulensembles schreiben dürfen. Sondern jemand, den es auf die Gipfel zieht. Wenn Talent und Qualitätsanspruch nicht für die Berliner Philharmoniker oder eine musikalische Auseinandersetzung mit Shakespeare reichen, kann man’s auch lassen, sagte sich der pubertierende Teenager und setzte fortan alles daran, seine Träume in die Tat umzusetzen. Ein bisschen Größenwahn muss wohl im Blut haben, wer einen Platz unter den Meistern anstrebt. Der Rest ist Disziplin, harte Arbeit und ein Schuss Pragmatismus.
Den Sinn fürs Machbare, den Blick für die Realitäten (des Musikbetriebs) hat der 45-Jährige sich in Amerika zugelegt. «Wie ...
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