Für Kleine gemacht, aber groß gedacht
Kinderoper, so kann man wohl sagen, ist die härteste Disziplin im Opernhandwerk. Alles, was eigentlich auch der erwachsene Zuschauer will: Verständlichkeit, Überraschung, Humor, Poesie – hier muss es unbedingt geliefert werden, sonst verliert man einen ganzen Saal. Dann wird mit Programmheften geraschelt, gequängelt, gequatscht und gestöhnt. An der Komischen Oper Berlin weiß man Bescheid um die Herausforderung, nimmt sie an und wirft in die Kinderoper einfach alles hinein, was das Haus zu bieten hat.
Seit vielen Jahren schon wird pro Saison ein Kompositionsauftrag vergeben – Kinderoper-Premieren sind hier immer auch Uraufführungen –, Ensemblemitglieder der ersten Reihe treten auf, am Bühnenbild wird nicht gespart und überhaupt: Gespielt wird stets im Großen Haus und nicht etwa auf irgendeinem Nebenschauplatz, derzeit und wohl auch in weiterer Zukunft in der Ausweichspielstätte im Schiller Theater. Zwei Jahre soll an der Sanierung des Stammhauses in der Behrenstraße nicht weiter gearbeitet werden, weil die Stadt Kosten sparen muss. In einer besseren Welt hätte es vielleicht geheißen: Die Komische Oper wird bei den Sparmaßnahmen entlastet, weil sie sich so engagiert um den ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Clemens Haustein
Händel hat sie alle geliebt – die Eifersüchtigen und die Neidhammel, die Tyrannen und die Spieler, die Koketten und die Intriganten. Deswegen bekommt jede seiner Opernfiguren mindestens ein Arienjuwel von ihm geschenkt. In der Oper «Alcina» gibt es viele Juwelen, viele Figuren, und eine leidet herrlicher als die andere: die Zauberin und der von ihr manipulierte...
Ein Wunderkind? Manche sagen, er sei es gewesen. Die weitere kompositorische Entwicklung von George Auric lässt jedoch zumindest leise Zweifel an dieser Einschätzung zu. Und fragt man heute jemanden nach seiner musikhistorischen Bedeutung, ist Schulterzucken die häufigste Antwort. Weithin bekannt ist lediglich, dass Auric Mitglied der Künstlervereinigung «Groupe...
Etwa so groß wie eine Schulaula ist der runde Theatersaal, wo an einem herbstlichen Nachmittag die Wiederaufnahme von Engelbert Humperdincks «Hänsel und Gretel» Premiere hat. Die Reihen sind an diesem Sonntag Nachmittag fast voll besetzt, und die Bestuhlung ist so eng, dass man höllisch aufpassen muss, dem Sitznachbarn nicht in die Rippen zu boxen oder dem...
