Für alle und für keinen
Für Menschen, die sich in Schülervorstellungen von «Zauberflöte» oder «Carmen» fragten, was das Gesinge auf der Bühne eigentlich soll, und die als Erwachsene die gesellschaftliche Verpflichtung spüren, es mit der Oper doch noch mal zu versuchen – für die ist Ingo Metzmachers Buch «Vorhang auf. Oper entdecken und erleben» wahrscheinlich richtig. Nicht, weil Metzmacher sich gemeinsam mit dem Leser wundern würde, warum Oper so merkwürdig ist – im Gegenteil.
Der Dirigent verwandelt die eigene intuitive Begeisterung in einen intuitiven Stil, der das Publikum ins szenisch-musikalische Erleben hineinsaugen soll. Niemand wird mit Informationen zur Werkentstehung oder Rezeptionsgeschichte belästigt. Wer schnell liest und es nicht so genau nimmt, für den kann die Lektüre zum (Nach-)Erlebnis spannender Musiktheaterplots werden. Metzmacher schreibt, als gehe es nur darum, die Oper von Klischees zu befreien: Für ihn ist sie etwas Schlankes, Brisantes, Modernes (obwohl viel altes deutsches Repertoire vorgestellt wird, von «Don Giovanni» über «Elektra» bis zu den «Bassariden»), die Komponisten der präsentierten Werke sind noch nicht alle tot und die Werke selbst teilweise noch gar nicht fertig ...
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Johann Christian Bach, der 1735 geborene jüngste Sohn des Leipziger Thomaskantors, ist aus der Art geschlagen. Nach dem Tod seines Vaters ging er nach Italien, trat dort zum Katholizismus über, wurde Domorganist in Mailand, schrieb 1760 seine erste Oper und übersiedelte 1762 als freischaffender Komponist nach London, wo er 1782 starb. Er war ein unruhiger Geist...
Anlässlich der Stuttgarter Produktion von Nonos azione scenica «Al gran sole carico d´amore» im Jahr 1998 verwies Klaus Zehelein auf einen für das Verständnis dieses Werks wesentlichen Punkt: seine Stellung in der Geschichte, für die Geschichte, und vor allem – seine über die Aktualität hinausreichende Essenz. Die Frage nach der Haltung des Stücks, nach seinem...
Kaija Saariahos erste Oper «L’Amour de loin» war ein Auftragswerk der Salzburger Festspiele und kam im Sommer 2000 in der Felsenreitschule heraus, dirigiert von Kent Nagano (siehe OW 11/2000). Fünf Jahre später wurde die Inszenierung von Peter Sellars an der Oper von Helsinki auf DVD mitgeschnitten, nun dirigiert von Saariahos Landsmann Esa-Pekka Salonen. Wie bei...
