Frizzante

CD des Monats: Hohe Kunst aus Dresden. Lisette Oropesa und Lawrence Brownlee glänzen in Bellinis «I puritani»

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Die Feststellung, dass Spiritualität vereint, Religion hingegen trennt, gilt nicht erst seit den verheerenden Attentaten religiöser Fanatiker in unserer Zeit. Schon immer fanden sich Konfessionen politisch missbraucht, wurden sie im Sinne von Machtgewinn und -erhaltung bewirtschaftet. Ob freilich Oliver Cromwell (1599–1658) ein Machtpolitiker war, der Gott zu seinen persönlichen Zwecken nutzte (was Winston Churchill behauptete), bleibt dahingestellt.

In der nach den Puritanern benannten Oper Vincenzo Bellinis und seines Librettisten Carlo Pepoli wird er jedenfalls als positive Kraft bemüht; der Sieg seines Heeres gegen das der herrschenden Stuarts verhilft auch dem von den politischen Ereignissen ordentlich gebeutelten Liebespaar Elvira und Arturo zum happy ending.

Cromwell selbst erhielt in «I puritani» keine eigene Stimme – vielleicht wäre er als Bass denkbar gewesen. Doch die Ereignisse um den englischen Bürgerkrieg dienten Bellini in seinem Meisterstück, uraufgeführt in seinem Todesjahr 1835, vor allem als Folie einer romantischen Liebesgeschichte mit der dem damaligen Zeitgeist entsprechenden «Bonbon», dem sanften Abgleiten der Heroine in den temporären Wahnsinn. Die Callas, ...

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Opernwelt März 2025
Rubrik: Medien, Seite 25
von Gerhard Persché

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