Freie Wahl
Schon beeindruckend, wie der südkoreanische Tenor Seungju Bahg den Belcanto-Schmelz in Nemorinos «Una furtiva lagrima» vor dem etwas plumpen Donizetti-Zugriff des Orchesters der Norske Opera rettete. An den jungen Pavarotti erinnert das Timbre der schlanken Stimme – ein massiger Sänger, der die Töne blühen lässt, Linien in schönem legato zieht, feinste piano-Nuancen zu gestalten versteht.
Aber auch aufmachen kann, wie in der zweiten Arie, die er Mitte August während des Finalkonzerts der diesjährigen Queen Sonja International Music Competition in Oslos Opernhaus vortrug: «Salut! Demeure chaste et pure» aus Gounods «Faust». Dank dieser Qualitäten gewann der 27-jährige Student der Musikhochschule Mannheim den mit 40 000 Euro dotierten 1. Preis des seit 1995 im Zweijahresturnus veranstalteten Vokalwettbewerbs.
Den 2. Preis (10 000 Euro) vergab die siebenköpfige Jury unter Vorsitz von Birgitta Svendén an den italienischen Tenor Giovanni Sebastiano Sala, der als Verdis Duca («Ella mi fu rapita») und Massenets Des Grieux («Ah! Fuyez, douce image») punktete, mit eleganter cantabile-Kultur und auf dem Atem schwingender Phrasierung. Der 3. Preis (5000 Euro) fiel an den Bass Alexander ...
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