Fin de Siècle
Seine Kollegen in Essen, Hamburg oder Stuttgart dürften den Frankfurter Intendanten Bernd Loebe beneiden. Während sie selbst sich seit Jahr und Tag mit bescheidenen fünf (Essen sogar nur mit vier) Neuproduktionen pro Spielzeit zufrieden geben müssen, kann Loebe deren elf vorlegen – eine Zahl, aus der die beiden konzertanten Aufführungen in der Alten Oper bereits herausgerechnet sind.
Loebe ist allein schon deswegen im Vorteil, weil er das Opernhaus seit der 2004 erfolgten Trennung von William Forsythe nicht mehr mit der Ballettkompagnie teilen muss und darüber hinaus mit dem Bockenheimer Depot über eine zweite Spielstätte verfügt. Dort hat die Frankfurter Dramaturgie im Lauf der Jahre höchst gegensätzliche, künstlerisch aber allemal markante Schwerpunkte gesetzt, die den opulenten Spielplan ergänzen und hier besser aufgehoben sind als im Opernhaus. Das gilt gleichermaßen für die Barockoper (u. a. mit einem Monteverdi-Zyklus) wie für die diversen Spielarten des modernen Musiktheaters (u. a. mit Werken von Britten, Georg Friedrich Haas, Jörn Arnecke und Helmut Oehring). Aber auch Randnischen des Repertoires wurden mit Haydns «L’isola disabitata» oder Mozarts «La finta semplice» in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Seiten wechseln. Wach bleiben. Immer wieder aufbrechen. Auf die innere Stimme hören. Nur tun, was man für richtig hält – egal, was den Musikmanagern und Mark(e)t(ing)experten dieser Welt gerade opportun erscheint. So hat es Anne Sofie von Otter immer gehalten. Seit drei Jahrzehnten ist die schwedische Mezzosopranistin im Geschäft, Anfang Mai wird sie ihren 56....
Mit großem Interesse habe ich im Programmheft zu dieser «Antigona» gelesen, dass nicht Gluck, sondern Tommaso Traetta der eigentliche Reformator der italienischen Barockoper war, und dass ohne seine Pionierleistung Mozart nie einen «Idomeneo» hätte schreiben können. Die Bekanntschaft mit dem Werk selbst hat mich dann allerdings etwas ratlos zurückgelassen, denn je...
Helene Steffan, die langjährige Tonmeisterin des Bayerischen Rundfunks, war eine resolute, ja gefürchtete Dame. Ihrem Ohr entging nicht der kleinste Fehler, und sie hatte keine Hemmungen, auch weltberühmten Künstlern deutlich zu sagen, was da gerade an Schludrigkeiten in die Mikros geschwappt war. Schwärmen oder Verklären war ihre Sache nicht. Doch in einem Fall...
