Feuerprobe bestanden
Oper – ein elitäres Unternehmen? Aber, nein! Den Beweis trat jetzt das Theater Bremen an mit der Uraufführung des Auftragswerkes «All diese Tage», einer «Zeitoper» von Moritz Eggert. In dem Stück geht es um Alltagsgeschichten. Die Librettistin Andrea Heuser hat sie aus Gesprächen herausdestilliert, die sie mit Bremer Jugendlichen führte – um mehr zu erfahren über deren Lebenswirklichkeit, über Sehnsüchte, Träume, Wünsche und Hoffnungen.
Daraus gestaltete sie eine Art Bilderrevue, die Einblicke gewährt in unterschiedliche soziale Schichten, in Sorgen und Nöte des ganz normalen, ungeschönten Lebens. Eine Art Neo-Verismo streben Eggert und Heuser an, der sich hart abgrenzt von den schicksalhaften Überhöhungen, denen man so oft in der Oper begegnet.
Der Komponist, bekannt unter anderem durch sein «Fußballoratorium» zur WM 2006 und durch die mit Christoph Schlingensief verfasste Oper «Freax», hat zu diesem Zweck eine anti-avantgardistische, eingängige, stark rhythmisch ausgerichtete Musik geschrieben, die mit ihrer Mixtur unterschiedlicher Stilebenen aus Pop, Jazz, Rap, Folklore und Musical, aber auch aus Elementen der klassischen großen Oper mit Chor und Sinfonieorchester unmittelbar ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Gerhart Asche
Irgendwann war da nur noch die Angst. Wenn René Voßkühler auf die Bühne musste, folgte sie ihm. Wie ein Raubtier, das jeden Moment zum Sprung ansetzen konnte. Diese Panik vor dem Überfall war das Schlimmste. Vor einer Attacke aus dem Hinterhalt. Ein permanenter Alptraum, der ihm die Kehle abschnürte. Über jedem Auftritt stand die unausgesprochene Frage: Was ist,...
Es ist ein ganz seltsames Stück. Einerseits politische Oper, andererseits humorvoller Kommentar eines bedeutenden historischen Ereignisses. Ernst gemeintes Pathos wechselt mit luziden Passagen. Dazu kommt ein redundanter Tonsatz mit großflächigen, repetitiven Mosaiken und darin eingesponnenen, vorwiegend feinen Kantilenen. Stofflicher Dreh- und Angelpunkt des...
Als Bühnenzauberer ist Stefan Herheim bekannt. Nun inszeniert er endlich ein Stück, bei dem Bühnenzauber zur Sache selbst gehört: «Xerxes» an der Komischen Oper Berlin. Das ist nicht das einzige Händel-Ereignis dieser Tage. Cecilia Bartoli im «Giulio Cesare» bei den Salzburger Pfingstfestspielen, die Händel-Festspiele in Göttingen und Halle, dazu eine Premiere...
