Feminismus light

Verdi: La traviata am Gärtnerplatztheater München

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Immerhin diese Frage klärt die Regie: Was passiert eigentlich mit den Menschen im Umfeld der Hauptfigur? Mit denjenigen, die ständig auf Tuchfühlung sind mit der Kranken, manchmal auf Hautkontakt wie der unglückselige Alfredo. Letzterer, hohlwangig, blass und mit Augenringen, führt im letzten Bild vor: Er hat sich angesteckt. Andere auch. Aber eigentlich tut das gar nichts zur Sache. Es ist nur ein Detail in der Inszenierung von Isabel Ostermann.

Ein paar andere, ungewöhnliche gibt es auch noch in dieser «La traviata» fürs Münchner Gärtnerplatztheater, die kleine Widerhaken sein wollen im Traditionalismus.

Denn eigentlich inszeniert Isabel Ostermann vom Blatt, will sich das aber nicht zur Gänze eingestehen – und sich davon distanzieren. Man soll also schmunzeln über ausgestopfte Rehe als Pseudo-Idyll im Hintergrund. Oder über Alfredo, der in Akt zwei seine Arie unterm extra eingerichteten Scheinwerfer singt, ein demonstrativer Moment dieses Gigolos. Und man soll etwa lächelnd die Photographen registrieren, die das Paar umtänzeln, als ob der Gag nicht schon vor 20 Jahren Staub angesetzt hätte – ebenso wie die Disco-Kugel zum Brindisi. Manchmal kommt es auch in den stilisiert ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Markus Thiel

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