Fahlfarben
Verfügen möge sie über ihn. Deutliche Beweise der Freundschaft kündigt er der Trojanischen Prinzessin gar an. Und missversteht doch den emotionalen Ausnahmezustand Ilias: Eine Vorahnung des «La ci darem la mano» blitzt da auf. Idomeneo und Ilia, auch das wäre eine Möglichkeit. Aufreizend gedacht ist das, prickelnd, und auch so inszeniert. Mehr wünscht man sich von solchen Subtilitäten, die letztlich aber Implantate bleiben in einer Aufführung, die sich Mozarts wildem, musikalisch verschwenderischen Antikendrama auf eigentümliche Weise nähert.
Apropos eigentümlich: Die Strichmännchen, die Cartoons, die Video-Animationen kennt man ja von Falko Herold. Ohne die wären David Böschs Inszenierungen nur halb so charmant.
Auch beim «Idomeneo» funktioniert das. Was bisher geschah, wer mit wem, was es auf sich hat mit den verfluchten Artriden – all dies wird am Staatstheater Nürnberg gezeigt als düstere «Sendung mit der Maus» für Erwachsene. Distanz schafft das, Ironie, manchmal passieren verzichtbare Doppelungen. Ein dunkles Märchen ist dieser «Idomeneo», der sich eher von Situation zu Situation hangelt, statt durchgehende Plausibilität zu entwickeln. Was als poetische Endzeit-Spielerei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Markus Thiel
Herr Solte, wir hören immer, mit Klassik-CDs könne man heute kaum noch Geld verdienen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein eigenes Label zu gründen?
Ich bin da ja nicht der Einzige, in den letzten Jahren sind einige spannende Labels entstanden. Man macht das bestimmt nicht, um schnell reich zu werden, sondern aus Begeisterung für Musik, die man gut findet. Muss...
Zwei große Diven des letzten Jahrhunderts, Grace Bumbry und Gundula Janowitz, haben im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert. Beider Karrieren wurden von Herbert von Karajan nicht unwesentlich gefördert, aber ihre künstlerischen Wege haben sich nur selten gekreuzt, etwa 1963 bei einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie in Bayreuth unter Karl Böhm,...
Vielleicht war die Verlockung einfach zu groß. Immerhin kommen in Heinrich Marschners Dreiecksdrama ja reichlich arbeitsame Erdgeister vor, die der amtierenden Erdgeisterkönigin und ihrem Königssohn Schätze schaffen, als seien es Wagners Nibelungen. Es wird darin auch das Fest der Heiligen Barbara gefeiert, der Patronin aller Bergleute. Und als kurz vor Schluss das...
