Ewiges Elend
Im vergangenen Jahr arbeitete die Nationaloper Lviv an der Grenze des menschlich Möglichen. Trotz zahlloser Unterbrechungen durch Sirenen und Stromausfälle brachte sie mehrere Neuproduktionen auf die Bühne des zum UNESCO-Welterbe zählenden Hauses. «Das ist unsere Frontlinie», sagen ukrainische Künstlerinnen und Künstler. Die letzte dieser Premieren mit dem Titel «Erkenne dich selbst» war dem ukrainischen Wanderphilosophen Hryhorij Skovoroda gewidmet. Das anlässlich seines 300.
Geburtstags aufgeführte Ballett mit der Musik des zeitgenössischen Komponisten Dmytro Danov basierte auf einer Idee des Intendanten und Initiatoren des Kunstprojekts «Ukrainischer Durchbruch», Vasyl Vovkun.
Zuvor gab es – auch dank tatkräftiger finanzieller Unterstützung durch das Goethe-Institut – die Neuinszenierung der Oper «Die schreckliche Rache» von Jewhen Stankowytsch. Das Bühnenwerk basiert auf einer Novelle von Mykola Gogol. In dieser Geschichte eines Brudermords stellt Gogol die Ukraine als gelobtes Land dar. Als Gottes Stellvertreter erzählt der Richter, wie der neidische Pjetro seinen Bruder Ivan und dessen Kind tötete. Beim jüngsten Gericht bittet Ivan nun zu Gott, er möge Pjetros Nachkommen ...
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Opernwelt April 2023
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Adelina Yefimenko
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Tränen gelacht zuletzt bei Tobias Kratzers «Götterdämmerung», als eine Norn und später Waltraute als meine Doppelgängerinnen auftraten.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Ich würde kein neues Haus bauen, vielmehr schauen, wie man die vielen, die es schon gibt, für die Zukunft erhalten und verändern kann. Wie kann man...
Auf dem Cover der Kassette grüßt René Jacobs mit listigem Gesichtsausdruck, Daumen und Zeigefinger zu jener Geste verbindend, mit der man im Schattenspiel einen Hasen an die Wand wirft, die ein Dirigent aber auch nutzt, um Präzision zu suggerieren. Und wie der Zufall es will, erscheint beim Googeln im Internet im Zusammenhang mit «Jacobs» und «Operas» auch der...
Herr MacNeil, auf Youtube gibt es einige Videos mit Ihnen. In einem ist zu sehen, wie Sie Rad schlagen. Wollten Sie ursprünglich Artist werden?
Ich wollte zunächst Lehrer werden. Aber nicht für Radschlagen. Das mache ich einfach gern, manchmal auch auf der Opernbühne. Regisseure mögen es ja, wenn jemand akrobatische Dinge beherrscht. In Humperdincks «Königskindern»...
