Etwas hohl
Natürlich handelt Ingmar Bergmans großer letzter Film auch vom Theater; um das eigene Theater kreist die großbürgerliche Familie der Ekdahls, bei den Proben zu «Hamlet» trifft den schnell zu Tränen gerührten Oscar, Vater von Fanny und Alexander, der Schlag, und am Ende planen sie eine Neuinszenierung von Strindbergs «Traumspiel». Das Kunstwerk «Fanny och Alexander» zurück ins (Musik-)Theater zu holen, scheint eine Verlockung.
Der Auftrag der Monnaie an Mikael Karlsson, der 2023 bereits mit wenig Fortüne Lars von Triers «Melancholia» für Stockholm zur Oper transformiert hatte, ist da nicht der erste Versuch – hier selbstbewusst annonciert als «Grand Opéra». Jede Re-Theatralisierung der opulenten Familien- und Comingof-Age-Geschichte muss für den nicht viel älter als zehnjährig zu denkenden Alexander eine überzeugende Besetzung finden. Aus seiner Perspektive wird ja das kleine Welttheater der liebenswert verrückten Ekdahls erzählt. In Brüssel ist diese Herausforderung mit dem 15-jährigen Jay Weiner, der dafür einen flexiblen Engelsopran und hohe Spielintelligenz mitbringt, glücklich bestanden.
Zu den Glücksfällen der Besetzung gehört auch Thomas Hampson, der dem sadistisch ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Holger Noltze
Stimmlich haben sich hier zwei gefunden: Seunghee Kho als Violetta Valery und Sung Min Song als Alfredo Germont geben, obschon beide eigentlich keine idealen Vertreter des Bel Canto, musikalisch ein prächtiges Paar ab. Eine exzellente Abstimmung mit dem Orchester hilft ihnen überdies; die Interimsspielstätte «Oper am Luisenpark» verfügt über eine schöne Balance...
Totenbleich, mit Mord in den Augen und Rasiermesser in der Hand, schaut Sweeney Todd maliziös grinsend in den Zuschauerraum. Obwohl er erst vor wenigen Momenten den Bühnentod gestorben ist, steht der «Demon Barber of Fleet Street» aufrecht auf seinen zwei Beinen, als der Vorhang fällt. Eine Legende stirbt eben nicht. Auch nicht an der Komischen Oper im Schiller...
JUBILARE
Constantin Floros wurde in Saloniki, Griechenland, geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Thessaloniki ging Floros an die Wiener Hochschule für Musik, wo er Komposition bei Alfred Uhl und Dirigieren bei Hans Swarowsky studierte. 1953 erhielt er sein Diplom in Komposition und Dirigieren. Parallel dazu studierte er an der...
