Espressivo

Juan Diego Flórez als trauernder Orphée

Opernwelt - Logo

Die Problemgeschichte eines Werkes ist manchmal ebenso hartnäckig wie der Wunsch nach einer glatten dramaturgischen Lösung. Glucks «Orpheus» ist dafür ein besonders eindringliches Beispiel: ausgehend von der Wiener Fassung 1762 über die Parma-Version von 1769, bei der die Altkastraten-Partie durch einen Soprankastraten ersetzt wurde, bis hin zur Pariser Fassung von 1774, bei der die in Frankreich inzwischen aus der Mode gekommenen Kornetts und Schalmeien durch Oboen und Klarinetten ersetzt wurden und die Titelpartie einem Tenor zugewiesen ist.



Diese Pariser Version diente dem Teatro Real in Madrid vor zwei Jahren als Grundlage einer Aufführung, die nun als Live-Mitschnitt veröffentlicht wurde und in deren Mittelpunkt Juan Diego Flórez als Orphée steht. Eine kleinere Gluck-Partie hatte er bereits zu Beginn seiner Karriere 1996 an der Scala unter Riccardo Muti in «Armide» gesungen. Nun ist seine erste große Rolle im vorklassischen Repertoire zu hören. Die Eurydice hätte eigentlich die beim selben Label unter Vertrag stehende Nicole Cabell sein sollen, doch gesungen hat, wodurch auch immer bedingt, die aus San Sebastian stammende und zunächst an der Ziehharmonika ausgebildete Ainhoa ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Medien/CD, Seite 29
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Lindenblütenduft, gesungen

Offenbach – das ist selbst für Fachleute immer noch allein der Schöpfer des «Hoffmann» und der Offenbachiade, der satirischen Operette. Erst allmählich dämmert es, dass sein neben vielem anderen über 110 Bühnenwerke verzeichnender Œuvre-Katalog (die zum Teil erheblich abweichenden Zweit- und Drittfassungen einzelner Werke nicht mitgezählt) von einer ungeahnten...

Apropos ... Künstler

Herr Saccà, im «Fernen Klang» spielen Sie einen Komponisten, der von seiner Musik besessen ist. Sind Komponisten im wirklichen Leben auch so?
Ich habe bisher nur einen Komponisten besser kennengelernt: Herbert Willi, dessen Oper «Schlafes Bruder» ich in Zürich uraufgeführt habe. Auf den traf das Bild, das Schreker zeichnet, voll zu: Er hat wie besessen dieses...

Spurensucher

Das Cover von Claudio Cavinas «Poppea»-Einspielung ist ein Akt posthumer Wiedergutmachung: Unter dem fett gedruckten Namen Claudio Monteverdis werden dort noch die venezianischen Komponisten Francesco Cavalli, Benedetto Ferrari und Francesco Sacrati als bislang identifizierte Miturheber des Erfolgsstücks aufgelistet, der letzte Posten in der Reihe lautet: «and...