Ertrunken
Valery Gergiev und «Salome», das ist eine lange Geschichte. Die neue Produktion am Mariinsky Theater markiert seine dritte Auseinandersetzung mit dem Stück. Vor mehr als zwei Dekaden hatte er es sich zum ersten Mal vorgenommen, zuletzt stand es vor dreizehn Jahren auf dem Spielplan. Nun hat er sich mit Marat Gatsalov einen prominenten Schauspielregisseur ins Haus geholt, auf Initiative des (nirgends erwähnten) Dramaturgen Dmitry Renansky, der bereits Andrij Zholdak zur Oper «verführte», auf dessen Konto eine bahnbrechende «Eugen Onegin»-Inszenierung am Mikhailovsky Theater geht.
Eine echte Überraschung angesichts der konservativen Wende, die das Mariinsky seit den goldenen 90er- und frühen 2000er-Jahren genommen hat: Alles, was auch nur entfernt nach kritischer Exegese, gar nach Provokation roch, blieb ausgeklammert, ältere Arbeiten wie Dmitri Tcherniakovs mitreißend inspirierte Vergegenwärtigung der «Legende der unsichtbaren Stadt Kitesch» wurden allenfalls ein-, zweimal pro Saison gezeigt.
Jetzt also wieder etwas mehr Mut zum Risiko? Jein. Gatsalovs szenische Handschrift wirkt wie ein Mix aus Peter Stein und Robert Wilson: strenge Farbgebung, statische Bühne (Monika Pormale), ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Aya Makarova
Hans Hotter (1909-2003), für eine Dekade der bestimmende Heldenbariton im Nachkriegs-Bayreuth, war von Anbeginn seiner Karriere auch ein herausragender Liedinterpret, wie seine zahlreichen Beiträge zu der legendären Liededition des Pianisten Michael Raucheisen belegen. 1973, da war er schon 64 Jahre alt und nur noch gelegentlich auf der Opernbühne aktiv, wollte er...
Breughelland ist noch lange nicht abgebrannt. Und radioaktiv schon mal gar nicht. Da können noch so viele gelbe Giftfässer in der Philharmonie herumstehen, noch so viele Stimmakrobaten in weißen Schutzanzügen auf der Bühne wuseln und noch so viele Atompilze auf Flatscreens aufsteigen. In György Ligetis frei nach Michel de Ghelderodes Schauspiel «La Balade du Grand...
HELMUT LACHENMANN
«Das Mädchen mit den Schwefelhölzern», 1997 in Hamburg uraufgeführt und seither vielfach nachgespielt, ist sein erfolgreichstes Werk. Weniger prominent sind die anderen Vokalstücke, die der 81-Jährige geschrieben hat. Was bedeutet ihm die menschliche Stimme? Instrument unter Instrumenten? Ein Gespräch
ARIADNE AM POLARKREIS
Vom norwegischen Bodø...
