Erschwerte Bedingungen: Oper in Buenos Aires

Das Teatro Colón in Buenos Aires ist bis 2008 geschlossen. Gespielt wird trotzdem, bei eingeschränktem Angebot. Doch Pionierarbeit leisten andere – mit einem Plädoyer für die in Argentinien unterbelichtete Barockoper

Das Problem ist auch in Europa wohlbekannt: Wird ein großes Opernhaus zum Sanierungsfall und vorübergehend dichtgemacht, müssen Ausweichstätten her, die eine Fortführung des Spielbetriebs erlauben. Nun hat dieses Schicksal auch eines der größten Häuser der Welt ereilt: das Teatro Colón in Buenos Aires. Zwar konnten lange überfällige Modernisierungen bei laufendem Betrieb umgesetzt werden, doch inzwischen haben die Bautrupps die Bühne und das Auditorium erreicht: Seit November 2006 ist das Colón geschlossen, seine Wiedereröffnung erst für April 2008 geplant.


Bis dahin finden die Vorstellungen im Coliseo Theater statt – einem Haus, das bereits von 1907 bis 1937 als Opernbühne diente, seit 1961 allerdings vor allem für Konzerte genutzt wird. In seiner heutigen Gestalt erinnert das nur drei Blocks vom Colón entfernte Gebäude zwar kaum noch an das alte «Opernhaus», doch verfügt es nach wie vor über einen großen Orchestergraben. Zudem bietet es 2100 Zuschauern Platz, so dass die fünf üblichen Abonnementreihen des Colón bei geringfügig reduzierter Vorstellungsfrequenz (das Stammhaus hat 2500 Plätze, davon 500 Stehplätze, die im Coliseo fehlen) realisiert werden können. Gravierend ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2007
Rubrik: Magazin, Seite 30
von Pablo Bardin

Vergriffen
Weitere Beiträge
So geht es auch!

Der Boom historischer Opernaufnahmen hat in den letzten Jahren zu einer Inflation auf dem Billigpreissektor geführt. Bedenkenlos und unbesehen (bzw. ungehört) wurde alles auf CD gepresst, was älter als fünfzig Jahre und mithin nicht mehr lizenzpflichtig war. Dabei kamen durchaus einige Fundstücke ans Licht, aber daneben auch viel Ramsch, oft aus dubiosen Quellen...

Kluger Klangrausch

In Riga hatten es die Werke des eins­tigen Kapellmeis­ters Richard Wagner (er amtierte am längst zerstörten Stadttheater) nicht gerade leicht – der letzte zyklische «Ring» liegt gut hundert Jahre zurück. In den Spielplänen der vergangenen Jahrzehnte taucht der Name Wagner nur spärlich auf. Und wenn es doch mal einen «Hol­länder» oder «Lohengrin» gab, so im...

Janácek: Katja Kabanova

Alles ist offen. In der Kleinbürgermietskaserne samt tristem Innenhof fehlen die Wände. Jeder kann jeden sehen. Nur eine hat einen Vorhang, die Kabanicha, unangefochtene Herrscherin über den Block. Eine Domina im doppelten Sinne: Blockwart und sexuelle Herrscherin über Kaufmann Dikoj (Stephen Owen), dem sie mit der Peitsche zu Leibe rückt. Damit die anderen nicht...