Erotik, Metrik, Akrobatik

Wie Arrigo Boito und Giuseppe Verdi im kreativen Miteinander die italienische Oper auf ein neues Niveau hoben

Opernwelt - Logo

Sie konnten nur selten miteinander, vor allem aber nicht ohne einander. Seitdem es die Gattung Oper gibt, suchten Komponisten (gerne auch mal verzweifelt) nach Librettisten, die geeignet waren, ihre (also: der Komponisten) Visionen mit Text gleichsam zu «unterfüttern», zu beleben, zu erleuchten. So manches Genie war darunter, man denke nur an den großen Metastasio (der aber «Diener» vieler Herren war), oder an Felice Romani (auch er ließ sich nie allzu lange binden). Die vermutlich erste funktionierende Opern-Ehe führten Mozart und Da Ponte; ihre Trilogie ist Legende.

Doch auch danach kam es vor, dass sich zwei schöpferische Naturen vereinigten zum Wohle des zu schreibenden Werkes. Beispielsweise Giuseppe Verdi und Arrigo Boito oder Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Darüber fast in Vergessenheit geraten ist ein anderes Traumpaar der Musikgeschichte: Bohuslav Martinů und Georges Neveux

«Un bacio … un bacio ancora … un altro bacio …»: Wer Verdis «Otello» auch nur einmal gesehen hat, wird die letzten Takte der Oper nicht so einfach vergessen können: Der Titelheld stirbt als Selbstmörder – auf den Lippen die verzweifelte Sehnsucht nach (noch) einem (letzten) Kuss.

Diese Idee ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Traumpaare, Seite 64
von Anselm Gerhard

Weitere Beiträge
Alles digital

Es war eine Theaterspielzeit, in der es viel Theater ums Theater gab, bei dem es zuerst um die Relevanz von Kultur ging, die in dem von der Politik verlautbarten Ranking zum Entsetzen des ganzen Betriebs irgendwo weit hinten kurz vor den Bordellen rangierte. Unter künstlerischen Aspekten ist diese Spielzeit kaum zu werten, weil die längste Zeit nur digitale...

Fremde sind wir uns selbst

Sie ist die vermutlich faszinierendste mythisch-mystische Figur der Kulturgeschichte: Medea, die zauberkundige, liebende, hassende, schließlich rasende Königstochter aus Kolchis. Mehr als 300 Anverwandlungen in Literatur, Bildender Kunst und Musik(theater) haben versucht, ihr Wesen, ihre Andersartigkeit, die schillernde Psychologie dieser Figur zu ergründen, und...

Wenn die Masken fallen

Angenommen, eine normale Saison wäre das gewesen, wobei: Was heißt das schon? Und trotzdem, ohne das C-Wort, ohne Politikerinnen und Politiker, denen Fußball und Friseure näher liegen als die Kultur, verpanzert im Schwarz-Weiß-Denken zwischen Zusperren und Totalerlaubnis, ohne dies alles hätten es folgende Ereignisse auch nach oben in die «OW»-Umfrage geschafft....