Erfüllte Augenblicke
Als Maria Callas und Sir John Barbirolli im Juni 1953 an der Londoner Covent Garden Opera gemeinsam eine Serie von «Aida»-Vorstellungen absolvierten, wurden beide von der Kritik ziemlich einhellig verrissen. Man warf dem Dirigenten zahlreiche Wackelkontakte zwischen Bühne und Graben vor, der Gesang der Diva wurde als «Pein für empfindliche Ohren» abgekanzelt. Was immer da dran gewesen sein mag, der jetzt bei Testament erstmals offiziell publizierte Mitschnitt der dritten und letzten Vorstellung setzt die Kritiker von damals nicht ins Recht.
Barbirolli zeigt das richtige Fingerspitzengefühl für diese Partitur, indem er nicht nur auf dramatische Stringenz und Grand Opéra-Effekte setzt, sondern auch die atmosphärischen und exotischen Valeurs der Musik erspürt.
Die Callas hat sich kurz nach dem Londoner Gastspiel in Verona von der Rolle der Aida verabschiedet (sie aber zwei Jahre später im Studio noch einmal gesungen). Mit ihrer dunklen, warmen und fülligen Stimme (der damals auch noch eine füllige Erscheinung entsprach) entwickelt sie ein überaus bewegendes Rollenporträt, voller verhaltener Töne und feiner Verschattungen; im Schlussduett hebt sie wahrlich in eine andere Welt ab. ...
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Exakt dies hatte Péter Eötvös bei seiner Umformung...
