Erfrischend schnippisch
Junge Liedersänger und Lied-Duos haben heute vielfältige Möglichkeiten, in diesem wohl schwierigsten Repertoire des klassischen Gesangs ihren Weg zu machen. In Deutschland helfen die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie und die Heidelberger Liedakademie mit ihren Wettbewerben, in Frankreich die 2018 gegründete Académie Orsay-Royaumont mit ihren Liedkursen. Das Abschlusskonzert des von Véronique Gens und ihrer Klavierpartnerin Susan Manoff betreuten Studienjahrs 2023/24 der französischen Académie ist nun als Mitschnitt auf dem französischen Independent-Label b·records erschienen.
Den programmatisch weitesten Bogen schlägt der von Cole Knutson begleitete Schweizer Bariton Joël Terrin, der sich als der fertigste Sänger unter den vier Preisträgern erweist. Seine technisch perfekte Stimme spricht in allen Lagen an, er deklamiert gut, verfügt über ein individuelles, fast tenorales Timbre und ist ein glänzender Geschichtenerzähler. Kurt Weills 1934 im französischen Exil entstandenen Ohrwurm vom imaginären Traumland «Youkali» intoniert er mit der lässigen Eleganz eines Chansonniers. Schuberts unverwüstliche «Forelle» besitzt verschmitzten Charme, Reynaldo Hahns Vertonung von Paul Verlaines ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Medien, Seite 40
von Uwe Schweikert
Seine letzte Regiearbeit war vielleicht seine schwierigste. Nachdem Romeo Castellucci und das Théâtre La Monnaie ihre Zusammenarbeit beendet hatten, weil man sich nicht über Budgets und/oder inhaltliche Fragen einigen konnte, sprang Pierre Audi couragiert ein und inszenierte die beiden letzten Teile von Wagners «Ring». Und wie es seiner Art, Kunst zu denken und sie...
Verdis «Otello» ist ein grandioses Stück Theater. Es funktioniert auch noch, nachdem gewisse Kreise die Parole des Blackfacing-Verbots ausgegeben haben. Wobei – dies sei in Erinnerung gerufen – der ursprüngliche Otello, der Held einer 1566 erschienenen Erzählung des Renaissance-Schriftstellers Giambattista Giraldi Cinzio, eigentlich gar kein people of colour war,...
Judith Weir korrigiert in ihrer 2011 als Koproduktion der Bregenzer Festspiele und der Royal Opera Covent Garden uraufgeführten Oper «Miss Fortune» eine trügerische Märchenbotschaft: Gutsein und Können allein reichen nicht, wenn das Leben gelingen soll. Die britische Hofkomponistin vertonte ein sizilianisches Märchen aus der Sammlung von Giuseppe Pitrè, das Werk...
