Epischer Klang
Wagners vierteiliges Bühnenfestspiel «Der Ring des Nibelungen» ist längst kein Privileg der großen Häuser mehr. Warum das so ist, erklärt der Lübecker Opernchef Roman Brogli Sacher ganz unbefangen so: «Als Dirigent bin ich glücklich, einmal im Leben diesen Zyklus gemacht zu haben.» Seine Kollegen denken ebenso, sagen es vielleicht nicht so offen.
Eine Aufführung der Tetralogie ist ein Prüfstein für die Leistungsfähigkeit eines Theaters und im Falle des Gelingens ein ausgezeichnetes Aushängeschild, das man nach Möglichkeit in Ton und Bild festhält, um es auch außerhalb der Stadt bewundern zu lassen.
Der jeweilige Regisseur sieht sich durch die ständig steigende Zahl an DVD-Mitschnitten von großen wie kleinen Bühnen leicht in Beweisnot gebracht. Oft ergeht es ihm dabei wie Mime bei seinem hilflosen Versuch, für Siegfried ein brauchbares Schwert zu schmieden. Die «Arbeit am Mythos» (Hans Blumenberg), die vor allem darin besteht, diesen Mythos für die eigene Zeit neu zu deuten, erfordert gründliche Geistesarbeit und nachschöpferische Fantasie. Das ist nicht jedem Regisseur in gleichem Maße gegeben. So drängt sich bei vielen Inszenierungen, die nach Chéreaus Bayreuther «Jahrhundert-Ring» ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 48
von Ekkehard Pluta
Mein lieber Schwan! Eigentlich taucht das Federvieh in Wagners «Lohengrin» erst gegen Mitte des ersten Akts auf. In Roman Hovenbitzers Inszenierung für das finnische Opernfestival in Savonlinna hat es seinen ersten Auftritt schon vor der Ouvertüre. Ein kleiner Junge hantiert an einem Wasserbecken mit einem Spielzeugschwan, und als nach längerem stummen Spiel das...
Normalerweise beginnt Wagners «Ring» damit, dass drei mehr oder weniger gut gebaute Damen in den Tiefen des Rheins einen Zwerg anmachen und sofort wieder abstoßen. Seit Patrice Chéreaus Deutung ist der Rhein oft vertrocknet oder einfach ein Bordell, was schade ist, aber der Musik nicht widerspricht. Wagner hat zwar die Entstehung des Lebens vom Nullpunkt (dem...
Würde man diese Oper spielen, hätte sie nicht ein gewisser Franz Liszt komponiert? Unwahrscheinlich. Obwohl «Don Sanche» durchaus Meriten hat. Das Werk wurde bislang dreimal inszeniert, zuletzt 1986 in Bayreuth zum 100. Todestag des Komponisten. Nun war «Don Sanche» anlässlich seines 200. Geburtstags, nach einer ersten Aufführung im ungarischen Miskolc, in der...
