Epischer Klang
Wagners vierteiliges Bühnenfestspiel «Der Ring des Nibelungen» ist längst kein Privileg der großen Häuser mehr. Warum das so ist, erklärt der Lübecker Opernchef Roman Brogli Sacher ganz unbefangen so: «Als Dirigent bin ich glücklich, einmal im Leben diesen Zyklus gemacht zu haben.» Seine Kollegen denken ebenso, sagen es vielleicht nicht so offen.
Eine Aufführung der Tetralogie ist ein Prüfstein für die Leistungsfähigkeit eines Theaters und im Falle des Gelingens ein ausgezeichnetes Aushängeschild, das man nach Möglichkeit in Ton und Bild festhält, um es auch außerhalb der Stadt bewundern zu lassen.
Der jeweilige Regisseur sieht sich durch die ständig steigende Zahl an DVD-Mitschnitten von großen wie kleinen Bühnen leicht in Beweisnot gebracht. Oft ergeht es ihm dabei wie Mime bei seinem hilflosen Versuch, für Siegfried ein brauchbares Schwert zu schmieden. Die «Arbeit am Mythos» (Hans Blumenberg), die vor allem darin besteht, diesen Mythos für die eigene Zeit neu zu deuten, erfordert gründliche Geistesarbeit und nachschöpferische Fantasie. Das ist nicht jedem Regisseur in gleichem Maße gegeben. So drängt sich bei vielen Inszenierungen, die nach Chéreaus Bayreuther «Jahrhundert-Ring» ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 48
von Ekkehard Pluta
Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono,...
Das Glück steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein wenig erschöpft, strahlend, ins Gespräch mit Freunden vertieft, schlendert Markus Hinterhäuser durch die Altstadt zur Salzach hinunter, hinüber zum Platzl auf der anderen Seite des Flusses. Nicht weit von hier, am Mozarteum, hat er studiert. Salzburg ist seine Stadt. Seit 1993 arbeitet er nun für die Festspiele, wenn...
Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit,...
