Ein Whopper für Isolde
Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit, als Deutschland noch ein Flickenteppich stolzer Zwergstaaten war, die (fast) alle ihr eigenes Theaterchen unterhielten, samt Schauspieltruppe, Sängern und Kapelle. Auch in Neustrelitz gab es ein kleines Theater.
Und im Unterschied zur herzoglichen Residenz hatte es den Krieg unbeschadet überstanden. Eben dort geschieht «das Wunder»: Der ahnungslose Flaneur besucht eine Aufführung von Beethovens «Fidelio» – und ist begeistert. Nun will er wissen, was die rund 80 anderen festen Opernensembles der Republik so machen und was es mit all den unbekannten Orten auf sich hat, in denen sie spielen. So wurde Neustrelitz zum Ausgangs- und Fluchtpunkt einer etwas anderen Deutschland-Tour, die von Flensburg bis Passau und von Görlitz bis Trier führte.
Die Eindrücke von seinen Exkursionen hat Bollmann nun in einem Buch zusammengefasst, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | Bücher, Seite 54
von Albrecht Thiemann
Das Glück steht ihm ins Gesicht geschrieben. Ein wenig erschöpft, strahlend, ins Gespräch mit Freunden vertieft, schlendert Markus Hinterhäuser durch die Altstadt zur Salzach hinunter, hinüber zum Platzl auf der anderen Seite des Flusses. Nicht weit von hier, am Mozarteum, hat er studiert. Salzburg ist seine Stadt. Seit 1993 arbeitet er nun für die Festspiele, wenn...
Aus dem Steinbruch von St. Margarethen nahe Wien holten schon die Römer das Baumaterial für ihre Siedlung Carnuntum; später wurde mit dem dort gebrochenen Sandstein auch der Wiener Stephansdom gebaut. Mitte der 1990er-Jahre entdeckte man das Areal fürs Musiktheater und hält sich seitdem recht eng ans erweiterte Opern-ABC: «Aida» und «Carmen» kamen bereits mehrmals,...
Herr Reuter, bei Ihnen könnte sogar ein kleines Kind erraten, dass Sie Sänger sind. Sie haben die klassische Opernsänger-Sprechstimme
Ich weiß (lacht). Ich habe in Wirklichkeit keine Sprechstimme, sondern spreche mit meiner Opernstimme. Es hat sich irgendwie so entwickelt. Die Sache ist nur die: Ich versuche auch umgekehrt, mit meiner Sprechstimme zu singen. Ich...
