Der Sache verpflichtet

Zwischen Wien, Budapest, New York und Salzburg: Hans Landesmann erinnert sich an sein Leben für die Musik

Opernwelt - Logo

Die entscheidenden Sätze fallen en passant. Eigentlich geht es um Pollini, um den Eklat, den der Pianist 1995 bei den Salzburger Festspielen auslöste, als er sich in einem Konzert mit einem einzigen Werk hören ließ, dem «Klavierstück X» von Stockhausen. Davor hatte er das Feld anderen Musikern überlassen, den Zuhörern im Mozarteum Monteverdi vorgesetzt und Nono, Madrigale von Gesualdo und elektronische Musik – Stockhausens «Gesang der Jünglinge». Ein Herr verließ wutschnaubend den Saal, knallte die Tür, die Stimmung drohte zu kippen.

«Ich glaube», sagt Hans Landesmann, «dass die wichtigste Aufgabe, die ein Kulturmanager zu erfüllen hat, in einem schöpferischen Dialog mit dem Interpreten besteht. Er muss für den Künstler ein kreatives Haus schaffen, das für weitgehend ideale äußere Bedingungen sorgt, vor Irritationen abschirmt, in dem aber auch eine fruchtbare Auseinandersetzung über künstlerische Ideen und Programme entstehen sollte.» Die Idee, Pollini nicht nur als Virtuosen, sondern auch als Kurator einzuspannen, der neue Musik im Konzertsaal auf ihre Quellen bezieht und so als etwas Gewachsenes erfahrbar macht, hatte der damalige Finanz- und Konzertchef der Festspiele. Doch viel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 53
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Im Schatten des Palio

Wie jeden Sommer machte in Siena auch in diesem Jahr vor allem der «Palio» die Musik, ein Pferderennen mitten in der Stadt, auf der Piazza del Campo. Mit beeindruckenden Sieges- und Schmähgesängen feierten die Bewohner des Stadtteils Nobile Contrada dell’Oca (zu deutsch: das Viertel der Gans) den Triumph «ihres» Jockeys Giovanni Atzeni und seines Hengstes...

Fakten, Spekulationen, Aussparungen

Franz Liszt kam von einer Luxemburg-Reise nach Bayreuth, mitten in der Festspielzeit. Über seine Besuche der Vorstellungen von «Parsifal» am 23. Juli 1886 und «Tristan» am 25. Juli divergieren die Meinungen. Während Oliver Hilmes diese Besuche nur erwähnt, stellt Michael Stegemann sie in einen Kontext. Liszt-Tochter Cosima, verwitwete Wagner, soll gesagt haben: «Es...

Musik als Drama

Große Namen müssen noch nicht zum Erfolg führen. Das sieht man bei zusammengekauften Fußballmannschaften genauso wie bei prominent besetzten Opernensembles. Es kann aber auch sein, dass sich Qualität im Ensemble potenziert, dass sich Stimmen dem Gesamtklang fügen, ohne dabei an Individualität zu verlieren. Der konzertant gegebene «Don Giovanni», mit dem das...