Eine schöne Vision

Tschaikowsky: Eugen Onegin
JEKATERINBURG | OPER

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Programmatisch war die Idee nicht sonderlich kühn – «Eugen Onegin» kennt in Russland jedes Kind. Personell hingegen schon. Doch am Ende erwies sich die Entscheidung der Oper Jekaterinburg, Dmitry Volkostrelov für eine Neuinszenierung von Tschaikowskys «Lyrischen Szenen» zu verpflichten, als sehr gute Wahl. Volkostrelov ist eine außergewöhnliche Figur im Kulturleben Russlands. Einige Kritiker haben seine Regiearbeiten pauschal als «postdramatisch» tituliert. Das mag auf den ersten, oberflächlichen Blick zutreffen.

Letztlich aber zeichnen sich die Inszenierungen immer auch durch einen poetisch-romantischen Blick auf die Welt sowie eine hohe Musikalität aus. Dennoch hat Volkostrelov bislang kaum Opern inszeniert. Seine einzige Erfahrung war 2012 das in vielen Belangen problematische Musiktheater «Three Four» des zeitgenössischen deutsch-russischen Komponisten Boris Filanovsky. Seinerzeit sei er, so bekannte es Volkostrelov, nur wenig angetan von der Tatsache gewesen, dass ihm die Musik mitsamt ihren Festlegungen die Möglichkeit raubte, die Zeit zu kontrollieren.

Tempi passati. Volkostrelov scheint das Vertrauen zurückzugewonnen zu haben, über Zeit und Raum herrschen zu können, ohne ...

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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Aya Makarova

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