Eine neue Identität
Einige Kollegen haben sich mit unmöglichen Verträgen, Dienstverhältnissen und Paragrafen beschäftigt, die uns seit Jahren das Berufsleben schwer machen und nun in der Krise auf den Kopf gefallen sind. Das war ein Hauptthema in unserer Musikerfamilie und natürlich drehen sich nach wie vor viele Gespräche bis tief in die Nacht um genau diese Themen. Doch ich muss es gestehen – für mich bedeutete diese Zeit primär die einmalige Chance, der Entwicklung meiner Stimme Raum zu geben.
Einer Entwicklung, die sich schon eine Weile angedeutet hatte, der ich im «laufenden Betrieb» aber nicht nachgehen konnte: Corona bot mir die Möglichkeit, diese Monate zu nutzen, einen Fachwechsel vom lyrischen Sopran zum Mezzosopran vorzubereiten.
Gleich voraus: Ich meine damit natürlich nicht den schwarzen Alt. Es geht um die Tessitur, in der ich mich vorzugsweise bewege, die beim Mezzosopran eben ein wenig tiefer liegt, aber durchaus Ausflüge in die Höhe oder Tiefe zulässt. Diese «Vermittlerin» zwischen Alt und Sopran gab es zwar biologisch sicher schon immer, aber früher hieß sie «zweiter Sopran» oder «soprano corto». Noch bei Mozart, erst recht bei Bach sucht man solche Bezeichnungen vergebens. Aber das ...
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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Thema, Seite 47
von Anna Lucia Richter
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Mit Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Operngeschichte ist es freilich eine vertrackte Sache. In Berlin hält die U-Bahn auch am «Richard-Wagner-Platz»....
Ein Horn begleitet die Titelheldin auch hier. Doch Klarinette und Fagott gesellen sich dazu, eine Zwiesprache, die weniger das Leid einer verklärten, vergötterten Heroine zum Ausdruck bringt als einer verletzten, zagenden Frau. Eine Nummer kleiner, das trifft es nicht ganz bei Ferdinando Paër und seiner 1804 in Dresden uraufgeführten «Leonora». Es ist, wenn man so...
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