Ein Sturm ist ein Sturm

Die Deutsche Grammophon erinnert an den Dirigenten Richard Strauss

Opernwelt - Logo

Stefan Zweig, der Librettist der «Schweigsamen Frau», kannte den Ablauf aus nächster Nähe: «Jede Art von Nervosität ist Strauss fremd, bei Tag und bei Nacht ist sein Kunstintellekt immer gleich hell und klar. Wenn der Diener an der Tür klopft, um ihm den Frack zu bringen zum Dirigieren, steht er auf von der Arbeit, fährt ins Theater und dirigiert mit der gleichen Sicherheit und der gleichen Ruhe, wie er nachmittags Skat spielt ...

» Was auch immer in Strauss vorgegangen ist: Die wenigen Filmdokumente, die es von ihm als Dirigent gibt, belegen – wie die Berichte der Zeitgenossen – eine reduzierte, fast emotionslose Zeichengebung. Die Bewegungen der rechten Hand blieben klein, die linke war fast nur zum Dämpfen der Lautstärke da. Der Blick allerdings, überaus wach und scharf, hielt Orchestermusiker und Ablauf in Schach.

Strauss wuchs im Orchester auf. Sein Vater war Solohornist im Münchner Hoftheater, spielte in dieser Funktion in Bayreuth, was den Filius nachhaltig prägte. Mit zwanzig steht er erstmals selbst am Dirigentenpult, wenige Monate später ist er schon in Meiningen engagiert. Sein bedeutender Förderer Hans von Bülow hat das durchgesetzt. Über eine Kapellmeisterstelle und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Geburtstagsgrüße aus Garmisch

Die Macht der Annalistik: Zum 150. Geburtsjubiläum präsentiert Brigitte Fassbaender in Kooperation mit dem Richard Straus Institut in Garmisch-Partenkirchen eine Edition sämtlicher Klavierlieder. Aufgeboten sind drei Soprane, zwei Mezzosoprane, fünf Tenöre, zwei Baritone, ein Bass und fünf Pianisten. Fassbaender selbst ist als eindringliche Rezitatorin zweier...

Ich bin keine Sparintendantin

Frau Meyer, im Herbst 2015 wird das Haus am Offenbachplatz wiedereröffnet. Dann gibt es auch einen neuen Generalmusikdirektor – François-Xavier Roth, derzeit noch beim SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wird Nachfolger von Markus Stenz. Oper war bisher nicht Roths Schwerpunkt. Was haben Sie mit­einander vor?
Die Details kann ich natürlich noch nicht...

Aus dem Leben eines Taugenichts

Es gab einmal eine Zeit, in der sich Sänger und Kritiker so gut wie nie über den Weg liefen, geschweige denn miteinander sprachen. Und wenn sie’s taten, ging’s nicht immer gut. Da schüttete schon mal eine aufgebrachte Diva dem Schreiberling vor Wut ein Glas Wein ins ­Gesicht – wir alle kennen solche Geschichten. Ich erinnere mich gut an mein erstes Mal. Ich hatte...