Ein Spiel - aber kein gutes

Puccini: Turandot MAINZ | STAATSTHEATER

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Im «Peking» ist die Hölle los. Die gleichnamige Stadt aus Puccinis Oper hat sich in ein Casino irgendwo in den Vereinigten Staaten von Amerika verwandelt. Plastikjetons fliegen durch die Luft, Geldscheine wechseln im Eiltempo den Besitzer oder die Besitzerin, Anzüglichkeiten vieler Arten machen die schlüpfrige Runde. Ein Hauch von Las Vegas und seinem fragwürdigen Schillern, verbunden mit dem Schmutz der Schlachthinterhöfe, macht sich breit, Lust, Liebe und Leid liegen hier unausweichlich nebeneinander. «Turandot» einmal anders. Ganz anders.

Verantwortlich dafür zeichnet – in Personalunion als Regisseur und sein eigener Ausstatter – Gianluca Falaschi, der sich in einem Akt kühner kultureller Aneignung fast sämtlicher Exotismen entledigt hat und nun ein Stück über das Leben und den Tod zeigt, sowie über die Frivolitäten, die in beiden Bereichen an der Tagesordnung sind. Alles hier ist flüchtig, selbst die Brutalität. Jene Prinzen, die in der Original-Oper noch anreisten, um die Gunst der Eisprinzessin zu gewinnen, sind auch nicht mehr als verrohte Verlierer à la Nicholas Cage in Mike Figgis’ Film «Leaving Las Vegas», denen hier aber bald schon der Kopf abgeschlagen wird, weil sie ...

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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Jürgen Otten

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