Ein Kraftwerk für Gefühle

Die Staatsoperette Dresden hat eine neues Domizil, sucht aber noch nach einem griffigen ästhetischen Profil

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Columbus, Ohio, das ist, nun ja, nicht die allererste Adresse, um als Künstler erfolgreich zu sein. Also packen Ruth und Eileen Sherwood die Koffer und fahren nach New York. Ruth will dort als Schriftstellerin reüssieren, ihre Schwester Eileen als Schauspielerin.

Dass es dazu einiger erstaunlicher Peripetien bedarf, beschreibt Leonard Bernsteins Musical «Wonderful Town» nach der Vorlage von Joseph Fields und Jerome Chodorov, mit Liedtexten von Betty Comden und Adolph Green und einer Musik, deren Zauber neben melodiöser Eleganz und flotten Rhythmen insbesondere eines ausmacht: Tempo.

Es ist das Tempo New Yorks. Und eben das sehen wir in der überdrehten Inszenierung von Matthias Davids im ständig changierenden, mit Videos verfeinerten Bühnenbild von Mathias Fischer-Dieskau. Alles, was hier geschieht, auch im Graben, wo Peter Christian Feigel ein hellwaches Orchester anführt, geschieht wie in einem Drehkreisel: quirlig, sprühend, kurz: als wonderful action. Mittendrin Ruth und Eileen, die eine unerschrocken trotzig, die andere blühend naiv. Das Glück des Regisseurs will es, dass er in Sarah Schütz und Olivia Delauré zwei extrem wandlungs- und tanzfähige ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Jürgen Otten

Vergriffen
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