Luftballons und Zipfelmützen

Die Kölner Kinderoper feiert ihren 20. Geburtstag mit einem frohsinnig-jazzigen Hoch auf die «Heinzelmännchen»

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«Wie war zu Cölln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem! Denn, war man faul, man legte sich hin auf die Bank und pflegte sich.» So eröffnete August Kopisch sein bekanntestes Werk, das Gedicht «Die Heinzelmännchen zu Köln». Dabei hatte Kopisch wirklich Interessanteres vorzuweisen: Landschaftsgemälde etwa von seinem mehrjährigen Aufenthalt in Neapel, ein interaktives Panorama, das er mit dem Architekten Carl Ferdinand Langhans entwickelt hatte, Erzählungen oder die Übersetzung von Dantes «Göttlicher Komödie».

An all das erinnert sich heute niemand mehr – wohl aber an die «Heinzelmännchen». Der Erfolg ist leicht zu deuten: Im Gedicht von den faulen Kölner Bürgern, die aus ihrem Traum vom Schlaraffenland rüde erwachen, blickte der preußische Hofbeamte Kopisch mokant auf das notorische Laissez-faire in der Rheinprovinz, das bis heute seine Attraktion nicht verloren hat.

Ob das jüngste Desaster um die gestoppte Sanierung der Kölner Oper auf rheinische Faulheit oder vorsätzliche Sabotage zurückzuführen ist, müssen die Juristen klären. Manche Institutionen trifft die Verschiebung der Wiedereröffnung des Hauses am Offenbachplatz besonders hart – vor allem die ...

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Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Michael Struck-Schloen

Vergriffen
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