Ein einziges Als-ob

Giordano: Andrea Chénier in Moskau

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Was könnte für das Moskauer Publikum, das seit drei Jahren gezwungen ist, seine Emotionen in der Öffentlichkeit zu unterdrücken, besser sein als eine veristische Oper mit einem inbrünstigen Dichter im Mittelpunkt?

Auf der Bühne erscheint jedenfalls ein Andrea Chénier mit Leidenschaft und Nachdruck – Najmiddin Mavlyanov übertrifft sich in der Titelrolle von Giordanos Musikdrama selbst. Seine an Farben reiche, kraftvolle Stimme beherrscht eine Aufführung, die weder durch szenische Innovationen noch durch dirigentische Weisheit beeindruckt.

Mavlyanov präsentiert uns den Titelhelden als gleichermaßen feurig und leidenschaftlich, erhaben und leidend, dem Tod zugewandt wie in Wahnsinn verfallend. Insbesondere die hohen Töne haben eine ungeheure Strahlkraft. Es scheint, als befände sich dieser Sänger auf dem Zenit seiner vokalen Möglichkeiten. Aber auch schauspielerisch ist seine Darbietung außergewöhnlich.

Mavlyanov trifft an diesem Abend auf würdige Partner: Evgeny Kachurovsky verleiht seinem Roucher jene elegante Noblesse, die sofort für sich einnimmt und die Figur bemerkenswert scharf konturiert. Auch Gabriel De-Rél mit seinem kraftvollen Bass und düsterer Geschäftigkeit (Mathieu) ...

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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Panorama, Seite 58
von Alexej Parin

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