Ein Altmeister als Leitstern

Die Styriarte läutete in Graz den österreichischen Festspielsommer ein – mit einem Bühnenwerk des steirischen Hofkomponisten Johann Joseph Fux: «Gli Ossequi della Notte»

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Das wäre wohl die perfekte, kinoreife Tellerwäscher-Story: Wie der Bauernbub Johann Joseph Fux aus einem kleinen steirischen Dorf nahe der Hauptstadt Graz aufstieg zum höchsten Amt, das Europas Musikwelt damals zu vergeben hatte, dem Hofkomponisten gleich dreier Habsburger Kaiser. Vieles aus dem Leben dieses «Provinzlers» bleibt im Dunklen.

Man weiß wohl, dass er wahrscheinlich über Vermittlung eines kunstsinnigen Pfarrers 1680, im Alter von 20 Jahren, an der Grazer Jesuitenuniversität aufgenommen war und dabei schon Orgeldienste im Dom versah, dass er drei Jahre später nach Ingolstadt wechselte, um Jura zu studieren. Aber fünf Jahre später verliert sich seine Lebensspur. Bildete er sich in Italien weiter oder in Frankreich? Oder hat er die entsprechenden Musikstile, die er sich quasi mühelos anverwandelte, in Wien gelernt, wo er 1696 die Tochter eines höheren Hofbeamten ehelichte?

Als Organist am Schottenstift wurde er jedenfalls von Kaiser Leopold I. «entdeckt» und ins Hof(musik)leben eingeführt: mit einer List. Der Kaiser legte seinen damals tonangebenden italienischen Musici anonym die Messkomposition eines «Italieners» vor, die diese über die Maßen lobten. So wurde der ...

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Opernwelt September/Oktober 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 19
von Karl Harb

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