Editorial Opernwelt 12/24
Das glamourös-glitzernde Glück währt genau 18 Minuten. Und das seit 1963, einmal pro Jahr, an Silvester, auf etlichen Kanälen der real noch existierenden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, stets und wie gewohnt zur besten Sendezeit.
«Dinner for one» ist vielleicht der witzigste Sketch aller Zeiten (ersonnen hat ihn natürlich kein Deutscher, sondern ein Brite, der smarte Lauri Wylie), und das liegt vor allem an Freddie Frinton in der Rolle des unüberbietbar narrenhaften Butlers James (wie sollt’ er auch anders heißen) und der unvergleichlich stoischen May Ward als seine «Herrin» Miss Sophie. Sie beide bilden das brillante Gespann einer Komik von nachgerade Bergson’scher Dialektik. Gipfelpunkte ihrer lakonisch-süffisanten Kommunikation sind jene Momente, in denen James Dame Sophie, vom Alkohol zunehmend vernebelt, fragt: «The same procedure as last year, Miss Sophie?», und sie ihm mit gespielt-maliziöser Strenge antwortet: «The same procedure as every year, James.»
Blickt man in die Herbstspielpläne deutschsprachiger Opernhäuser, speziell im nebligen Monat November, fällt einem dieser Satz, wenngleich mit einer veränderten Konnotation, unweigerlich wieder ein: The same ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
Dem Kurzzeit-Schwiegersohn Ernst Krenek zufolge war sie eigentlich recht einfach zu begreifen: «Ihr Stil war der von Wagners Brünnhilde, transportiert in die Atmosphäre der Fledermaus.» Aber war Alma Mahler-Werfel wirklich eine solche Sphinx, nur ohne Geheimnis? Ihre große Kunst, geliebt zu werden, nicht nur von Gustav Mahler, Walter Gropius, Oskar Kokoschka und...
Antoine ist düster. Ahnt der junge Mann etwas? Gemeinsam mit anderen Bauern und mit den Tieren ist er vom heimat -lichen Dorf zur Sömmerung auf die Alpe Derborence gestiegen. Bald legt er sich auf seinem Strohsack in der einfachen Hütte schlafen – da geschieht es: Es donnert ein Felssturz auf die Alpe herab und begräbt alles Lebendige unter Steinmassen. Ein...
Entsetzlich! Scheußlich! Fluchenswert!» Das geladene Publikum stiebt auseinander, der Eklat beim noblen Sängerkrieg ist perfekt. Elisabeth ist zudem ganz außer sich, ringt nach Contenance, will wie die anderen Damen nur noch weg von hier, ist persönlich tief verletzt durch Tannhäuser, den sie liebt. Der hat sich nach längerer Abwesenheit gleich beim erstbesten...
