Editorial Doppelheft 2011

Was für ein verrückter Festspielssommer. Übergänge prägen ihn – und Diffusitäten. Europas drei wichtigste Opernfestivals liegen diesbezüglich vorne. Anfang und Innovation sind überall gewollt. Doch die Selbstverortung ist schwieriger denn je. Können Festspiele überhaupt noch Perspektiven öffnen? Oft in diesem Sommer dachte man: Alles läuft. Aber nichts geht.

Stichwort eins: Bregenz. Dort ist die Lage am überschaubarsten. David Pountney wird – nach zehn Jahren als Intendant und einigem Hin und Her – im Jahr 2013 ausscheiden.

Roland Geyer (bislang Theater an der Wien) übernimmt ab 2015. Spät in seiner Ägide hat Pountney nun die Akzente verändert und mit einem alten, in Bregenz seit Langem florierenden Prinzip gebrochen. Neben dem großen Spektakel auf der Seebühne gab es 2011 keine Rarität im Festspielhaus, sondern eine Uraufführung – die sich prompt als Flop erwies. Bevor sich der riskante Ansatz in Höhen und Tiefen bewährt haben kann, dürfte er schon wieder beendet sein.

Stichwort zwei: Salzburg. Dort liegen merkwürdige Enden wirr nebeneinander. Markus Hinterhäuser war König für einen Festspielsommer. Für seine kurze Intendanz hat er zwei Retrospektiven angesetzt. Luigi Nonos ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Wie klingt eine dystopische Gesellschaft?

Zu erwarten war der Flop nicht. Sebastian Baumgarten kann ein ernsthafter, ein bisschen abgehobener Hinterfrager sein, jemand der wirklich zu Inhalten durchdringen will und nicht bloß Plots aufmöbelt. Auf diese Weise ist ihm – nur ein Beispiel – in Kassel ein hellhöriger «Rosenkavalier» gelungen. Nix Happy End. Octavian und Sophie hatten so zuckersüße Grillen im...

TV-Klassiktipps

ARTE
1./7./13./19.9. – 6.00 Uhr
Beethoven: Hammerklaviersonate.
Verbier Festival 2008. Jean-Frédéric Neuburger.

2./8.9. – 6.00 Uhr
Annette Dasch und die Gretchenfrage.
Konzert mit ausgewählten Arien aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz. Münchner Rundfunkorchester, Marc Piollet.

4.9. – 6.00 Uhr
19.9. – 5.00 Uhr
Die nächste Generation.
Film von Mark Kidel über Alfred...

Der talentierte Sigr. Hendl

Entwarnung. Eine neue Händel-Oper ist mit «Germanico» nicht entdeckt worden. Die
80-minütige «Serenata a sei» enthält weder politische noch erotische Intrigen, sie ist vielmehr eine typische Fürstenhuldigung in drei Szenen, die auf eine auch musikalisch aufregende Traumerzählung des Titelhelden hinauslaufen und das Lob des Habsburger-Kaisers Joseph I. (1678–1711)...