Juwelen und Innigkeit
2005 lieferte die damals in breiten Kreisen wenig bekannte Danielle de Niese in Glyndebourne die Cleopatra in Händels «Giulio Cesare» als perfekte Music-Hall-Nummer ab, tits, hips and ass, mit schnittigen Koloraturen, doch vokal insgesamt nicht so, dass man in Verzückung gefallen wäre. Dies würde, mutmaßte man, eine jener Karrieren werden, die sich einem Hören mit den Augen verdankt, was das kurz danach erschienene Händel-Recital der Sopranistin zu bestätigen schien.
De Niese freilich, wach, klug, lernbegierig, für die das Festival in Glyndebourne künstlerisch wie privat (sie heiratete später dessen Chairman Gus Christie) zum Wendepunkt wurde, war mit den Resultaten offenbar selbst nicht zufrieden. Auf jeden Fall zeigt sie in ihrem neuen, wieder dem Barock gewidmeten Recital (Decca) mit «Schmankerln» von Bach, Händel, Monteverdi, Pergolesi, Purcell ein deutlich souveräneres vokales Gesicht als damals. Auch bei Händel: In «Let the bright Seraphim» aus «Samson» gewinnt sie den Hörer durch Klarheit in Formulierung und einen weit souveräneren Umgang mit den Koloraturen (die auf der Händel-Platte noch recht eng klangen); zwar lässt sie die übliche Kadenz am Schluss weg, doch hat sie in ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 52
von Gerhard Persché
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