Editorial Dezember 2021
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich bin gerne im Ruhrgebiet unterwegs. Über die spezielle «Schönheit» dieses «Landstrichs» brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Nur so viel: Es gibt auch hier Schönheit(en)!
Neulich war ich aus diesen und anderen (ja, richtig: beruflichen!) Gründen in Gelsenkirchen, bei einem «Otello» von Rossini am Musiktheater im Revier.
Wie stolz diese Stadt auf ihr Theater ist (wenn es schon mit dem dortigen Bundesligaklub eher mau läuft)! Recht so! In der Pause traf ich allerdings einen Kollegen, der ganz nachdenklich war. Seit die Pandemie-Beschränkungen uns wieder Teilhabe an der Live-Kultur ermöglichen, so konstatierte er, habe er das Gefühl, dass bei Freundinnen und Freunden der Oper im Rahmen ihrer jetzigen Kulturausflüge eine Ernüchterung eingetreten sei. Ehrlicher ausgedrückt (denn wir sind ja im Ruhrgebiet): Das Regietheater gehe ihm selbst so auf den Geist – und die Leute würden das auch endlich kapieren!
Nun, ich bin da etwas anderer Meinung. Denn just kam ich doch aus Bremen nach Gelsenkirchen angereist. Und was ich angesichts von Ulrike Schwabs Inszenierung von Leoncavallos «Pagliacci» am Theater Bremen erleben ...
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Opernwelt Dezember 2021
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Arno Lücker
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