Editorial Dezember 2019
Seit mehr als einem halben Jahrhundert ermittelt der Deutsche Bühnenverein die wichtigsten Wirtschaftsdaten der Theater und Orchester in Deutschland. Mitte Oktober hat der in Köln ansässige Verband die jüngsten Zahlen veröffentlicht. Sie beruhen auf den Angaben von 142 Staatstheatern, Stadttheatern, Landesbühnen sowie 128 Orchestern, 199 privaten Bühnen und 85 Festspielunternehmen für die Spielzeit 2017/18. Auf 290 Seiten gewährt die aktuelle Statistik Einblick in die institutionelle Verfassung der Einrichtungen. Insgesamt 65 356 Vorstellungen boten sie in besagtem Zeitraum an.
Auf 34,7 Millionen Besuche summiert sich die Bilanz aller Sparten, die Oper verzeichnet 3,8 Millionen. Mehr als eine halbe Milliarde (exakt 569 344 000) Euro Betriebseinnahmen stehen in den Büchern der öffentlichen Veranstalter, ihr Eigenanteil an der Finanzierung des Bedarfs erreicht 17,8 Prozent (2000/01 lag er bei 14, 8 Prozent). Rund 80 Prozent der Gesamtetats sind durch Zuweisungen und Zuschüsse gedeckt (knapp 2,7 Milliarden Euro).
Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft, ein blühendes Terrain, dauerhaft unter Schutz gestellt, von keinerlei Artensterben bedroht? Aufs Ganze und von der Schauseite ...
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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Albrecht Thiemann
In der Berliner Staatsoper sieht man fast nur noch belanglos-dekorative Produktionen. Im Alten Orchesterprobensaal dagegen, Ort für kleinere Projekte, schießt man oft übers Ziel hinaus: Hier wird auf eine Weise experimentiert, dass man sich vor allem mit Rätseln konfrontiert sieht, mit einem Überschuss an Absichten, die szenisch selten genügend Schlagkraft...
Wie Schillers Schauspiel ist auch Verdis «Don Carlos» ein Liebes- und Familiendrama in den Dimensionen einer politischen Tragödie. Christof Hetzers Bühne für die Stuttgarter Neuinszenierung zeigt einen leeren, nach allen drei Seiten abgeschlossenen Raum, den der Lichtgestalter Alex Brok oft in ein diffus glimmendes Dunkel hüllt. Dominiert und strukturiert wird er...
Hier und heute: Damiano Michieletto und sein Team – Paolo Fantin (Bühne), Agostino Cavalca (Kostüme) und rocafilm (das für die Videos verantwortliche Künstlerduo Roland Horvath und Carmen Zimmermann) – schließen Donizettis Dramma buffo an die Gegenwart an: Don Pasquale erfährt vom Ehevertrag der angeblich im Kloster aufgewachsenen Sofronia (hinter der sich die...
