Sinn für Tragik

Donizetti: Don Pasquale
London | Royal Opera House

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Hier und heute: Damiano Michieletto und sein Team – Paolo Fantin (Bühne), Agostino Cavalca (Kostüme) und rocafilm (das für die Videos verantwortliche Künstlerduo Roland Horvath und Carmen Zimmermann) – schließen Donizettis Dramma buffo an die Gegenwart an: Don Pasquale erfährt vom Ehevertrag der angeblich im Kloster aufgewachsenen Sofronia (hinter der sich die junge Witwe Norina verbirgt), als er heimlich deren Handy-Nachrichten durchstöbert. Sein Anwesen sieht anfänglich recht heruntergekommen aus.

Später wird Sofronia/Norina das Haus aufpolieren, sogar die Türen austauschen lassen. Dass sich hinter aller vordergründigen Betriebsamkeit dunkle Untertöne verbergen, lässt der Regisseur immer wieder durchblicken – etwa wenn Ernesto, unter tätiger Beihilfe der einzigen Hausangestellten seines Onkels, dessen Auto mutwillig beschädigt – eine von vielen Szenen, in denen die Figur der ältlichen Dienerin – stumm verkörpert von der Schauspielerin Jane Evers – ihren singenden Kollegen auf der Bühne die Show stiehlt. Ein düsteres, nachgerade erbärmliches Bild zeichnet auch die Schlussszene mit einem klapprigen Titelhelden, der im Rollstuhl kauert, die Karikatur eines von der jüngeren ...

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Opernwelt Dezember 2019
Rubrik: Panorama, Seite 37
von George Hall

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