«Durchwegs wundervolle Musik»
Wie Leoncavallo, Delibes oder Ponchielli ist auch Bizet der Komponist einer einzigen Oper. Wer kennt im Ernst mehr als seine «Carmen»? Gewiss, auch «Les Pêcheurs de perles» werden gelegentlich aufgeführt. Doch vor allem, weil es sich um eine One-Hit-Oper handelt. Im Fokus steht das Duett von Tenor und Bariton, die zu Flötentönen die verführerische Schönheit einer Tempelpriesterin in Sri Lanka besingen.
Die anderen Opern? «Djamileh»? «Ivan IV»? Die zahlreichen Kompositionen, die nicht für die Bühne bestimmt sind? Da bietet ein Gedenkjubiläum – am 3.
Juni jährt sich zum 150. Mal Bizets früher Tod – willkommene Gelegenheiten, auch weniger Bekanntes ans Licht zu holen. Das haben drei CD-Labels getan, auf sehr unterschiedliche Weise. Die Warner Music Group vermarktet unter der Marke «Erato» eine Box mit 16 CDs, ausnahmslos Neupressungen von Aufnahmen aus den Jahren 1903 bis 2012 – wenn man dem Werbetext glaubt, «sorgfältig kuratiert». Da stellt sich die bange Frage, wie erst eine ohne Sorgfalt «kuratierte» Edition aussehen würde. Die Box bietet ein Sammelsurium von Aufnahmen, die vermutlich ohne neue Kosten zur Verfügung standen. Im Booklet findet sich nichts außer einem biographischen ...
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Opernwelt Juni 2025
Rubrik: Essay, Seite 50
von Anselm Gerhard
Äneas Humm gebietet zweifelsohne über eine ausgezeichnete, charakteristische Baritonstimme, frei und offen, unmittelbar ansprechend, nobel im Ausdruck. Eine Stimme, die darüber hinaus durch vorbildliche Textverständlichkeit besticht. Auf dem Album mit dem Titel «Libertas» finden sich außerdem zwei seltene Komponisten-Namen: Amy Beach und Joseph Marx. Das klingt...
Während die «Poèmes pour Mi» von 1936, die Olivier Messiaen seiner ersten Ehefrau Claire Delbos widmete, in den Konzertsälen immer wieder auftauchen, hört man den zwei Jahre später vollendeten Liederzyklus «Chants de terre et de ciel» doch eher selten, obwohl dieser nicht nur inhaltlich, sondern auch in seinem Klangbild erkennbar an die «Poèmes» anknüpft....
Es ist ein heiteres Stück mit einem traurigen Ende, und ich selbst habe meinen Platz an diesem traurigen Ende.» So hat Leoš Janáček «Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf» – dies der originale Titel seiner 1924 in Brünn uraufgeführten Oper – charakterisiert, in der sich Tiere wie Menschen in einem ewigen Kreislauf von Leben und Tod, Werden und Vergehen begegnen. Die...
