© Salzburger Festspiele
Dramen der Macht
Die Dramaturgie der Macht, die sich Markus Hinterhäuser für den Neustart der Salzburger Festspiele ausgedacht hat, lebt von einem Doppelsinn. Was als Strategie des Programms vielleicht doch etwas unverbindlich daherkommt, fesselt im Detail der ausgewählten Stücke umso mehr. Denn selbstverständlich folgt die Macht ihrer eigenen Dramaturgie. Für das, was Macht mit Menschen macht, haben sich Komponisten seit Monteverdi immer wieder interessiert. Der Triumph-Akt aus Verdis «Aida» zum Beispiel ist ein zutiefst widersprüchliches Gebilde.
Es gibt da Pomp and Circumstance-Momente, die man glatt als Parodie hören könnte. Vor allem: Die speziell gebauten Trompeten schmettern nicht einfach glanzvoll, sondern sie schmettern nieder, was an wichtigerer Musik gerade entsteht. Andererseits stattet Verdi Sieger und Besiegte gleichermaßen mit einer Hymnik aus, die bei ihm stets Ausdrucksverdichtung meint. Riccardo Muti interessierte sich in Salzburg wenig für solche Ambivalenzen, fügte sie vielmehr zu einem sehrend schönen Gesamtpaket, das zwar «Aida» unterforderte, die Ohren vieler Zuhörer aber umso mehr entzückte. Schostakowitsch geht mit den sozialen und geschlechterbezogenen Machtspielen seiner ...
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