Männer sind schlicht: David Pomeroy (Tannhäuser); Foto: Bernd Uhlig
Urfassung
Man muss erfinderisch sein im Kölner Staatenhaus, einer einstigen Messehalle, mit der die Kölner Oper während der skandalös sich hinschleppenden Sanierung ihres Stammhauses bis mindestens 2023 vorlieb nehmen muss. Die Eröffnungspremiere der jungen Spielzeit deutet zumindest an, dass man inzwischen bühnentechnisch kreativer und akustisch souveräner mit den Verhältnissen umgeht.
Das Gürzenich-Orchester spielt beim «Tannhäuser» gut sichtbar in einer Art Erdloch, das ein Meteorit gewaltsam in den rauen Bühnenboden gerissen haben könnte.
Mächtige Leuchtquader türmen sich auf der Bühne von Darko Petrovic und bewegen sich manchmal mitten durchs Orchester; eine Metallbrücke führt direkt übers Dirigentenpult von François-Xavier Roth. Der akustische und ästhetische Effekt dieser Konstellation ist verblüffend: Die Sänger an der Rampe haben die Musik meist im Rücken, wirken erstaunlich textverständlich, müssen weniger Druck geben. Und Roth lässt sein Orchester nur selten klangsatt auftrumpfen, meist sensibel begleiten. Was auch dem fantastisch homogenen und messerscharf artikulierenden Opernchor entgegenkommt.
Auf den Pulten liegt die Uraufführungsversion von 1845: eine Musik aus dem Geiste ...
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